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Designierter Hoeneß-Nachfolger: Wer ist Herbert Hainer? | BR24

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Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident des FC Bayern München. Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer soll den Posten übernehmen. Der Niederbayer stieg im wirtschaftlichen Bereich in die erste Liga der deutschen Topmanager auf.

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Designierter Hoeneß-Nachfolger: Wer ist Herbert Hainer?

Der Verwaltungsbeirat des FC Bayern hat einen Nachfolger für Uli Hoeneß vorgeschlagen. Herbert Hainer soll den Posten übernehmen. Doch wer ist der mutmaßlich neue Präsident des Rekordmeisters?

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Nach langem Warten ist es nun offiziell: Herbert Hainer soll den Posten an der Spitze des FC Bayern übernehmen. Das hat der Verwaltungsbeirat am Donnerstag bekannt gegeben. Damit folgt das Gremium dem Vorschlag von Hainers Vorgänger Uli Hoeneß. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Doch wer ist der designierte Nachfolger?

Eigentlich wollte Herbert Hainer Fußballer werden und seinem Bruder Walter als Libero bei 1860 München folgen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen fand der Niederbayer einen anderen Weg in die Welt des Fußballs und stieg im wirtschaftlichen Bereich bald in die erste Liga der deutschen Topmanager auf.

Ehrgeizig und fleißig

Den Grundstein dafür legte er nach seinem Betriebswirtschaftsstudium als Marketing-Manager beim US-Konzern Procter & Gamble. 1987 wechselte er dann zu Adidas, wo er 2001 Vorstandsvorsitzender wurde. Noch im Vorjahr hatte er sich hier bereits als Stellvertreter von Konzernchef Robert Louis-Dreyfus etabliert.

Als Konzernchef galt er als ehrgeizig und enorm fleißig. In seinen 15 Jahren als Adidas-Chef verdreifachte er den Umsatz des fränkischen Sportgiganten. Der Gewinn verfünffachte sich und an der Börse schoss der Aktienkurs von unter 20 Euro auf 260 Euro in die Höhe.

Hainers Verbindung zum FC Bayern

Adidas beteiligte sich gleich in Hainers erstem Amtsjahr mit 10 Prozent am deutschen Fußballrekordmeister FC Bayern München. Seit einigen Jahren ist er Mitglied im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG. Als Aufsichtsrats-Vize von Hoeneß vertrat er diesen auch während seines Gefängnisaufenthalts.

Hainer und Hoeneß - eine enge Freundschaft

Durch die vielen Jahre der Zusammenarbeit sind Hainer und Hoeneß Freunde geworden. "Im Laufe der Zeit ist man sich nähergekommen, man trifft sich auch mal privat", sagte Hoeneß in einem Interview im September 2018 mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Hainer ist mit 65 gerade mal zwei Jahre jünger ist als Hoeneß. Beide stammen aus kleinen Verhältnissen, ihre Väter waren Metzger. Und auch sonst haben die beiden nach eigenen Angaben viele Gemeinsamkeiten. "Wir ticken in vielen Dingen relativ gleich", bestätigt Hainer.

In schweren Zeiten standen sich beide bisher immer zur Seite. So besuchte Hainer Hoeneß nach dessen Verurteilung "als einer der ersten" im Gefängnis und Hoeneß stand Hainer nach dem Tod seiner Tochter bei.

Engagement im deutschen Fußball

Auch abseits vom FC Bayern und seiner Freundschaft mit Hoeneß engagiert sich Hainer in der Fußballwelt. Als Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung und des neuen Nationalmannschaftsbeirats hat Hainer durchaus Einfluss auf einige Entscheidungen über die Zukunft des deutschen Ballsports.

Hier genießt er ein weitreichendes Vertrauen. Dem Ex-Adidas-Chef war Mitte dieses Jahres sogar der Posten des DFB-Präsidenten angeboten worden. Diesen lehnte er allerdings ab.

Nun müssen ihn die Mitglieder des FC Bayern nur noch zu ihrem Präsidenten wählen.