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Deal zwischen RWE und E.ON: Was macht das mit dem Strompreis? | BR24

© Dirk Vilsmeier, BR

E.ON und RWE wollen grüner werden und einen großen Deal abschließen. Die Genehmigung der EU-Wettbewerbshüter steht noch aus. Kritiker befürchten ein Strom-Kartell.

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Deal zwischen RWE und E.ON: Was macht das mit dem Strompreis?

Derzeit läuft der Endspurt für ein umstrittenes Projekt der Energieriesen E.ON und RWE. Sie wollen grüner werden und einen großen Deal abschließen. Die Genehmigung der EU-Wettbewerbshüter steht noch aus. Kritiker befürchten ein Strom-Kartell.

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Der Energieversorger RWE hat den sich jetzt anbahnenden Deal vorangetrieben: Erst zerschlug er die eigene Tochter Innogy, um jetzt das Netz- und Vertriebsgeschäft mit dem Konkurrenten E.ON zu fusionieren. Im Gegenzug soll das Geschäft mit den erneuerbaren Energien von Innogy zu RWE wandern. In den kommenden Tagen wird dafür die letzte noch ausstehende Genehmigung der EU-Kommission erwartet.

RWE und E.ON: Keine Konkurrenten mehr

Sie wollen nicht mehr im Wettbewerb zueinander stehen, sondern sich auf jeweils unterschiedliche Bereiche der Energieversorgung konzentrieren. Während E.ON sich künftig auf Leitungsnetz und Endkundengeschäft konzentrieren wird, setzt RWE auf die Stromerzeugung im In- und Ausland. Konventionell, aber vor allem auch regenerativ, so RWE-Finanzvorstand Markus Krebber.

"Das Profil des Unternehmens wird sich deutlich verändern: Wir erwarten, dass wir in Zukunft rund 60 Prozent des Ergebnisses mit Erneuerbaren verdienen. Rund 20 Prozent noch aus der konventionellen Erzeugung und zehn Prozent im Energiehandel. Und zehn Prozent durch unsere Finanzbeteiligungen." Markus Krebber, Finanzvorstand von RWE

Grüner Strom wird für RWE wichtiger

Zwei große Trends bestimmen dabei die Strategie von RWE: Die weltweiten Klimaschutzziele und der steigende Energiebedarf.

"Wir sehen einen weiteren starken Treiber für den steigenden Energie- und auch Strombedarf aus der Digitalisierung. Und wir erwarten natürlich die Elektrifizierung des Verkehrs, wo wir noch in den Anfangsstadien sind." Markus Krebber, Finanzvorstand von RWE

Durch die Neuaufstellung werde RWE zum europaweit drittgrößten Ökostrom-Anbieter. Und genau das macht Verbraucherschützern Sorgen. Aber nicht nur im Hinblick auf RWE: Die Größe von E.ON nach dem Innogy-Deal sehen Kritiker problematisch für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Kritiker warnen: "Es drohen kartellartige Strukturen"

EU-Wettbewerbshüterin Vestager hatte einen Teil des Deals bereits durchgewunken. Doch jetzt muss noch geklärt werden, was der Innogy-Deal für Auswirkungen auf den Strommarkt haben könnte. Denn allein in Deutschland würde E.ON nach der Innogy-Übernahme auf rund 14 Millionen Strom- und Gaskunden kommen. Kritiker im Europaparlament warnen:

"Es drohen neue, kartellartige Strukturen, die die Liberalisierung des Strommarktes unterlaufen." Jutta Paulus, Europaabgeordnete der Grünen

Das können Verbraucherinnen und Verbraucher tun

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt: Die neue E.ON werde durch ihre Marktmacht den Energiemarkt auf den Kopf stellen. Ob das für Privatkunden ein Nachteil werde, liege vor allem an den Kunden selbst.

"In Zukunft müssen Kundinnen und Kunden ihre Stromtarife noch genauer beobachten, bei Zusatzleistungen wie intelligenten Zählern oder Dienstleistungsangeboten auf die Gesamtkosten achten und von Wechselmöglichkeiten Gebrauch machen." Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen