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Davos: Drei Dinge, die vom Weltwirtschaftsforum bleiben | BR24

© BR/Tobias Brunner

Das Thema Klimawandel beherrschte das Weltwirtschaftsforum in diesem Jahr wie noch nie – was allerdings nicht bei allen ankam. Und manche Initiative muss sich erst noch beweisen. Ein Rückblick auf Davos 2020.

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Davos: Drei Dinge, die vom Weltwirtschaftsforum bleiben

Das Thema Klimawandel beherrschte das Weltwirtschaftsforum in diesem Jahr wie noch nie – was allerdings nicht bei allen ankam. Und manche Initiative muss sich erst noch beweisen. Ein Rückblick auf Davos 2020.

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Es war das große Jubiläum: 50 Jahre Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos – mit einem ungewöhnlich präsenten Thema. So deutlich wie in diesem Jahr stand das Thema Klimawandel noch nie im Vordergrund auf dem Treffen in den Schweizer Alpen.

Aber was ist nach vier Tagen mit Hunderten Podien und Tausenden Treffen davon übrig? Drei Erkenntnisse, die das Weltwirtschaftsforum 2020 hinterlässt:

1. Trump bleibt Trump

Greta Thunberg saß im Saal, als Donald Trump seine Rede hielt. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn inhaltlich lagen Welten zwischen der Klimaaktivistin und dem US-Präsidenten. Greta forderte, endlich zu handeln, statt immer nur zu reden. Trump allerdings beließ es beim Reden – und das noch nicht einmal über das Klima.

Stattdessen hielt der Präsident auf dem Weltwirtschaftsforum eine Lobeshymne auf sich und seine Politik. Er schwärmte von wirtschaftlichen Erfolgen, von Investitionen und dem – in seinen Augen – großartigsten Land der Welt: Amerika. Kurz, er setzte einfach seine eigene Davos-Agenda: Wirtschaft statt Klima.

2. Unternehmen denken ans Klima – wenn es sich lohnt

Ja, es gab die Anzeichen dafür, dass die Unternehmen umdenken und mehr fürs Klima tun wollen. "Es ist das erste Mal, dass die Wirtschaft den Ton angibt und die Regierungen hinterherhinken", sagte der Allianz-Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte. Und Siemens-Chef Joe Kaeser erzählte, er habe Trump beim gemeinsamen Dinner geraten, mehr auf die Stimme der Jugend zu hören.

Doch es bleibt die Frage: Wann entschließt sich ein Unternehmen dazu, in den Klimaschutz zu investieren? Eine Antwort, die oft zu hören war: Wenn es sich wirtschaftlich lohnt und sich damit Profit machen lässt.

3. Initiativen sind da – aber was wird daraus?

Eine Billion – diese Zahl poppte während des Weltwirtschaftsforums immer wieder auf. So viele Bäume sollen innerhalb von zehn Jahren mit der finanziellen Hilfe von Unternehmen gepflanzt werden, um damit CO2 aus der Luft zu filtern. Das Ganze ist eine Initiative des Forums – eine andere rief Firmen dazu auf, bis 2050 klimaneutral zu werden.

Das Forum war heuer also zumindest nicht nur eine reine Talk-Show, wie ihm Kritiker jedes aufs neue Jahr vorwerfen. Diese werden aber trotzdem nicht so schnell verstummen. Denn der bloße Start sinnvoller Projekte ist noch längst keine Garantie, dass sie am Ende auch etwas bewirken.

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