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Davos: Auf dem Weg zum Weltklimaforum? | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

Davos

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    Davos: Auf dem Weg zum Weltklimaforum?

    Heute beginnt das Weltwirtschaftsforum in Davos mit fast 3.000 Politikern, Unternehmern und Wissenschaftlern. Das Programm für das 50. Jubiläum spiegelt die weltweiten Klimaproteste wider: Das Thema Umwelt ist so bestimmend wie nie.

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    Es war ein Weckruf, der es in sich hatte: "Ich will, dass Ihr in Panik geratet!" – so wandte sich Greta Thunberg vergangenes Jahr an die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Denn: "Unser Haus brennt.“ Längst nicht alle hatten damals ein offenes Ohr für die junge Klimaaktivistin, die zum ersten Mal das Jahrestreffen besuchte.

    Auch dieses Jahr wird Thunberg wieder zum WEF kommen, das heute in den Schweizer Alpen beginnt. Neben ihr werden fast 3.000 Teilnehmer erwartet, darunter viele Staats- und Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch US-Präsident Donald Trump hat sich angekündigt.

    Doch ein Jahr nach Gretas Auftritt reicht ein Blick auf das aktuelle Programm, um zu sehen: Das Weltwirtschaftsforum könnte diesmal auch Weltklimaforum heißen.

    Weltwirtschaftsforum hat Greta Thunberg wieder eingeladen

    Greta selbst sitzt ganz offiziell auf zwei Podien – eines davon heißt unmissverständlich "Die Klima-Apokalypse verhindern". Neben der 17-Jährigen haben sich Hunderte Demonstranten angekündigt, die schon am Sonntag zur Protest-Wanderung nach Davos aufbrachen.

    Auch der aktuelle WEF-Risikobericht macht fünf Klimathemen als die größten Risiken für die Erde aus. Und mehrere Themenbereiche auf dem viertägigen Weltwirtschaftsforum beschäftigen sich ausschließlich mit einer gerechteren und besseren Zukunft.

    Weltwirtschaftsforum: Weniger Kapitalismus, mehr Nachhaltigkeit

    Für den Gründer des Forums, Klaus Schwab, ist es ein Spagat. Einerseits geht die öffentliche Debatte immer mehr in eine Richtung, für die sich der 81-Jährige seit jeher stark gemacht hat: weg vom plumpen Kapitalismus, weg von reinen Interessen der Aktionäre – hin zu den Interessen der Mitarbeiter, hin zu mehr Nachhaltigkeit.

    Doch längst nicht alle in Davos teilen diesen Gedanken. Schwab baute deshalb kürzlich schon einmal vor, als er in einem Interview über Greta sagte: "Wir haben sie wieder eingeladen, aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht zum Werkzeug für den Hype werden, der um sie herum entstanden ist."

    WEF-Gründer Klaus Schwab kommt Kritikern entgegen

    Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Schwab mit dem Fokus aufs Klima seinen Kritikern ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Denn Organisationen wie Greenpeace werfen dem Weltwirtschaftsforum seit Jahren vor, dass eine eingeschworene Elite aus Wirtschaft und Politik nur um sich selbst und den Status Quo kreise. Eine aktuelle Schätzung geht davon aus, dass Unternehmer mit einem Gesamtvermögen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar zu Gast sein dürften.

    "Sicher nutzen auch viele diese Veranstaltung aus", sagt Regisseur Markus Vetter, der für einen Dokumentarfilm hinter die Kulissen des WEF geblickt hat. Aber er glaubt genauso an die zweite Seite: an die Inspiration und den Ansporn zu Reformen und Initiativen.

    Vorschlag aus Davos: Firmen bis 2050 klimaneutral

    Einen ersten Vorgeschmack darauf haben die teilnehmenden Firmenchefs schon mal bekommen. Klaus Schwab verschickte vorab einen Brief, in dem er ihnen nahelegte, ihre Unternehmen bis spätestens 2050 klimaneutral zu machen.

    Auch Greta Thunberg hatte Anfang Januar einen offenen Brief verfasst und darin ein Ende der fossilen Brennstoffe gefordert. Und das solle nicht bis 2050, 2030 oder 2021 passieren – sondern, so Gretas eindeutige Botschaft: "Wir wollen, dass es jetzt erledigt wird."

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