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Das Liefergeschäft von Essen boomt während der Corona-Pandemie. In Deutschland hat das Unternehmen Lieferando eine Monopolstellung. Für regionale Gastronomen und Feinschmecker bietet ein Nürnberger Start-Up seit letztem Jahr eine Alternative an.

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David gegen Goliath: Neuer Lieferservice aus Nürnberg

Egal ob Spaghetti, Sushi oder Pizza – all das lässt sich einfach und schnell nachhause bestellen. In der Pandemie boomt das Geschäft der Lieferdienste. Nun gibt es einen neuen Anbieter aus Nürnberg, der es mit der großen Konkurrenz aufnehmen will.

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Von
  • Daniel Peter

Johnny Theunissen ist gerade mal 21 Jahre jung und ziemlich mutig, denn er hat im vergangenen Jahr einen neuen regionalen Lieferservice mitgegründet und das, obwohl es mit Lieferando schon einen Anbieter gibt, der in Nürnberg etabliert ist.

"Lieferfee" verlangt weniger Provision als Lieferando

Die "Lieferfee" soll dem großen Weltkonzern die Stirn bieten und das versucht Johnny Theunissen unter anderem, indem er von den Gastronomen weniger Provision verlangt. Bei Lieferando sind es rund 30 Prozent, wenn das Essen durch einen Fahrer des Unternehmens nachhause geliefert wird. Bei der Lieferfee in etwa 25 Prozent. Das rechne sich bei vielen Bestellungen für die Gastronomen, glaubt der 21-Jährige.

Regionale Alternative für Gastronomen und Händler

Derzeit arbeiten rund 25 Fahrerinnen und Fahrer für das Start-Up und bringen die Bestellungen zu den Kunden. Via Website können diese bestellen, nicht nur bei Restaurants, sondern auch bei Einzelhändlern wie einem Blumengeschäft.

Das Ziel von Johnny Theunissen ist es, den Gastronomen und Einzelhändlern eine Alternative aus der Region zu bieten. Für ihn bedeutet das auch "Klinken putzen". Einige Restaurants und Geschäfte besucht er persönlich, um sie von dem neuen Angebot zu überzeugen. So konnte er schon über 40 Partner gewinnen, die nun auf der Website lieferfee.online abrufbar sind.

Die Gastronomen und Einzelhändler können selbst entscheiden, ob sie den Lieferservice der "Lieferfee" nutzen wollen oder ihre Produkte lieber selbst an die Kunden liefern wollen. Die Provision liege dann unter 13 Prozent, so Theunissen.

Lieferdienste im Preiskampf auf hart umkämpften Markt

In Nürnberg gebe es einen harten Preiskampf bei den Lieferdiensten, so Christian Wagner, Vorstand der Dehoga Kreisstelle Nürnberg. Bei Lieferando gebe es eine Lieferpauschale für die Speisen von etwa 2,90 Euro, bei der "Lieferfee" ist diese Pauschale etwas höher.

Er freue sich, dass es mit der "Lieferfee" nun auch einen regionalen Anbieter gebe. Christian Wagner, der selbst Gastronom ist, beobachtet, dass die Qualität einer Lieferung stark mit dem Personal zusammen hängt, dass die Speisen ausliefert. Er als Gastronom schätze den persönlichen und direkten Kontakt zum Personal der "Lieferfee".

Auch Marco Bivona, Betriebsleiter der Burgerbar "Kuhmuhne" in Nürnberg, hat mit dem neuen regionalen Lieferdienst bisher gute Erfahrungen gemacht. Gerade wenn es darum ging Sonderaktionen anzubieten, wie beispielsweise gratis Pommes Frites, sei dies mit dem neuen Anbieter leichter zu realisieren. Bei Lieferando sei dies aufgrund der höheren Umsatzprovision "schlicht und ergreifend unmöglich", so Marco Bivona.

App in der Entwicklung

Bisher landen die Bestellungen der Kunden bei Johnny Theunissen, der die Gastronomen und Einzelhändler dann per Nachricht via Smartphone darüber informiert. Das soll bald einfacher werden, eine App sei in der Entwicklung, so der Mitgründer der "Lieferfee". Außerdem soll das Liefergebiet erweitert werden. Nicht nur Nürnberg, sondern auch Fürth, Erlangen und das Umland will der neue Anbieter in Zukunft beliefern.

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