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Für die meisten Unternehmen bedeutet die Coronakrise Einbußen. Nicht so für die Steuerberater, die bei vorhandener digitaler Infrastruktur weitestgehend normal weiterarbeiten konnten. Davon profitiert auch der Nürnberger IT-Dienstleister DATEV.

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Datev konnte im Corona-Jahr 2020 den Umsatz steigern

Während andere Unternehmen in der Krise straucheln, können sich die Verantwortlichen des Nürnberger IT-Dienstleisters Datev über gute Geschäftszahlen im Jahr 2020 freuen. Vor allem die Cloud-Angebote der Datev werden nachgefragt.

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Von
  • Henry Lai

Für den Nürnberger IT-Dienstleister Datev lief das Jahr 2020 ziemlich gut: Ganze 5,1 Prozent mehr Umsatz konnte das Unternehmen erwirtschaften. Insgesamt sind das 1,15 Milliarden Euro. Und auch der Gewinn stieg von 60 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 71 Millionen Euro. Wenig überraschend haben vor allem die Cloud-Anwendungen geradezu reißenden Absatz gefunden, sagt der Datev-Vorstandsvorsitzende Robert Mayr. "Wir haben ein Wachstum von rund 20 Prozent, was deutlich über dem Umsatzwachstum von letztem Jahr liegt", so Mayr.

Keine Prognose für 2021 möglich

Doch nicht in jedem Bereich konnte die Datev zulegen: Gesunken ist unter anderem die Nachfrage nach Seminaren und Workshops. Es wurden auch weniger Löhne und Gehälter über die Datev abgerechnet als im vergangenen Jahr. Alles in allem sei er aber dennoch zufrieden, sagte der Vorstandsvorsitzende. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wagt Mayr noch nicht. Er erwartet aber, dass zum Beispiel die Nachfrage nach digitalen Lösungen weiter hoch sein wird.

Die Lage der Unternehmen aus Sicht der Steuerberater

Heute hat die Datev außerdem ihr neuestes Corona-Barometer vorgestellt. Darin wurden 433 Steuerberater gefragt, wie sie die Lage ihrer Mandaten einschätzen. Demnach seien vier Prozent von einer Insolvenz bedroht – trotz staatlicher Unterstützungshilfen. Gäbe es die Hilfen nicht, würde die Bedrohungslage auf 27 Prozent steigen. Deshalb seien die Unterstützungshilfen ein wichtiges Werkzeug, um einer drohenden Insolvenzwelle entgegenzuwirken, so Mayr.

Unterstützungshilfen lassen auf sich warten

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Hilfen auch rechtzeitig bei den Betroffenen ankommen. Daran gibt es immer wieder Kritik von Steuerberatern, die sich auch im Corona-Barometer ablesen lässt. 57 Prozent der Befragten geben an, dass sich die Auszahlungen häufig verzögern. Das bestätigt auch der Steuerberater Eugen Müller aus Fürth.

“Unsere Mandaten, für die wir die Dezemberhilfe beantragt haben, die haben sie teilweise in der letzten Woche noch gar nicht ausbezahlt bekommen. Was natürlich sehr, sehr ärgerlich ist, wenn wir von Dezemberhilfe sprechen." Eugen Müller, Steuerberater

Steuerberater fordern mehr Planungssicherheit

Kritik gibt es ebenfalls an den unsicheren Förderungs-Voraussetzungen, die sich häufig ändern. Das sorge für Verwirrung und Frust bei den Unternehmern und auch deren Steuerberatern, so Müller. Deshalb plädiert er für mehr Planungssicherheit. "Ich würde mir einfach wünschen, dass das, was seitens der Politik geäußert wird, erst dann tatsächlich publik gemacht wird, wenn die Details bekannt sind", sagte er im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Mehr als 8.000 Mitarbeiter bei Datev

Die Datev ist nach eigenen Angaben einer der größten europäischen IT-Dienstleister. Dem genossenschaftlich organisierten Unternehmen gehören Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte an. Die Datev beschäftigt gut 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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