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Alle Jahre wieder: Die Einkommenssteuerklärung muss in diesem Jahr bis zum 2. August abgegeben werden.

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    Darauf müssen Sie bei der Steuererklärung achten

    Wer zum ersten Mal die Steuererklärung macht, kann sich überfordert fühlen. Dabei ist das gar nicht so kompliziert. Es kann sich sogar erheblich lohnen. Denn bei der Steuerklärung kann man weit mehr als nur die Fahrtkosten zum Job absetzen.

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    Von
    • Anja Keber
    • Manuel Mehlhorn

    Juan arbeitet derzeit als Trainee in einer Münchner PR-Agentur. "Ich habe davor vier Jahre studiert und bin jetzt dieses Jahr in der Position, meine Steuererklärung machen zu müssen", erzählt der 25-Jährige. 2020 hat er nur wenige Monate gearbeitet und pro Monat weniger als 2.000 Euro brutto verdient. Als Single ohne weitere Nebeneinkünfte fällt er damit in Steuerklasse 1.

    "Damit kann er freiwillig eine Steuererklärung einreichen, weil es sich eventuell lohnt und er Geld zurückbekommt. Er muss aber grundsätzlich keine Steuererklärung machen", erklärt Isabelle Klocke, Abteilungsleiterin Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler.

    Steuererklärung für Kurzarbeiter ab 410 Euro verpflichtend

    Wer seine Steuererklärung abgeben muss und wer nicht, regelt das Einkommenssteuergesetz in §46 Absatz 2. Die so genannte Pflichtveranlagung greift in unterschiedlichen Fällen – zum Beispiel bei Kurzarbeit: Beträgt das Kurzarbeitergeld mehr als 410 Euro, ist die Abgabe einer Steuererklärung verpflichtend. Das gilt auch für andere Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld oder Elterngeld.

    Auch wer mehrere Jobs gleichzeitig hat oder im Rahmen des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens einen Freibetrag erhält, muss eine Steuererklärung abgeben.

    Wohnnebenkosten können abgesetzt werden

    Um die Steuerlast zu vermindern, können Steuerzahler ganz verschiedene Posten absetzen. Zum Beispiel die Monatskarte für die Fahrt zum Arbeitsplatz.

    Aber es gibt auch Posten, die man im ersten Moment nicht im Blick hat, wenn es um die Steuererklärung geht, wie Isabelle Klocke erklärt: "Ganz typisch sind Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen. Das vergessen gerade diejenigen, die zur Miete wohnen, weil sie denken, das kommt für sie nicht in Betracht. Aber das ist wichtig." Auch Mieter bezahlen über die Nebenkostenabrechnung den Schornsteinfeger, den Hausmeister oder den Winterdienst. "All das sind Sachen, mit denen man seine persönliche Steuerschuld mindern kann", berichtet Isabelle Klocke.

    Steueridentifikationsnummer kann man sich zuschicken lassen

    Damit das Finanzamt die Steuererklärung bearbeiten kann, geht nichts ohne die Steueridentifikationsnummer. Wer das Ganze zum ersten Mal macht oder die Nummer nicht mehr findet, kann beim Finanzamt oder beim Bundeszentralamt für Steuern anrufen und sich die Nummer neu zuschicken lassen.

    Online-Steuererklärung jetzt mit "Mein Elster"

    Für die Online-Steuererklärung gibt es seit diesem Jahr eine Neuerung: Das Elster-Formular auf Papier gibt es nicht mehr. Stattdessen funktioniert die Online-Steuererklärung jetzt vollständig über das Portal "Mein Elster“. Dort muss man sich elektronisch registrieren, um anschließend die Steuerklärung wie gewohnt online und kostenfrei zu erledigen.

    Abgabe bis Anfang August

    Für das Jahr 2020 muss die Einkommenssteuererklärung in diesem Jahr bis zum 2. August abgegeben werden. Normalerweise endet die Frist am 31. Juli. Da das in diesem Jahr ein Samstag ist, verlängert sich die Frist jedoch um zwei Tage.

    Um jungen Menschen wie Juan bei ihrer ersten Steuererklärung zu unterstützen, bietet der Bund der Steuerzahler auf seiner Homepage eine entsprechende Broschüre an.

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