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Daimler: Abgasskandal kostet über eine Milliarde Euro mehr | BR24

© BR/Geli Hensold

Der Autobauer Daimler ist von den Folgen des Diesel-Abgasskandals gebeutelt. Weitere 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro wird der Konzern nach eigenen Angaben für Verfahren in Zusammenhang mit der mutmaßlichen Manipulation der Abgasreinigung bezahlen.

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Daimler: Abgasskandal kostet über eine Milliarde Euro mehr

Der Autobauer Daimler ist von den Folgen des Diesel-Abgasskandals gebeutelt. Weitere 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro wird der Konzern nach eigenen Angaben für Verfahren in Zusammenhang mit der mutmaßlichen Manipulation der Abgasreinigung bezahlen.

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Die Rechnung wird immer länger, die Daimler wegen des Diesel-Abgasskandals begleichen muss. Erst im vergangenen Sommer hatte der Konzern verkündet, dass er insgesamt 1,6 Milliarden Euro für die Dieselaffäre auf die Seite legen wird. Nun ist von 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro zusätzlich die Rede. Grund sind erneut "laufende behördliche und gerichtliche Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen und Märkten".

Denkbar ungünstiger Zeitpunkt

Die Dieselkrise trifft den Konzern zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Daimler ächzt ohnehin schon unter den hohen Kosten für den Einstieg in die Elektromobilität und die Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien, wie das autonome Fahren. Hinzu kommt die nachlassende Konjunktur im Lastwagengeschäft.

Operativer Konzerngewinn halbiert

Einen zusätzlichen finanziellen Dämpfer musste Daimler in seinen Umsatzzahlen hinnehmen. Nach vorläufigen Berechnungen brach der operative Konzerngewinn im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ein. Die zusätzlichen Kosten für den Dieselskandal sind da noch nicht miteingerechnet. Daimler hatte zuvor mit einem Rückgang von 15 Prozent gerechnet. Gründe für den Gewinnverlust sind die zeitweise schwächelnden Verkaufszahlen von Pkw und Nutzfahrzeugen. Aber auch hausintern kam es zu Problemen. So stockte die Produktion einiger wichtiger Modelle.

Sparprogramm eventuell nicht ausreichend

Im November vergangenen Jahres hatte Konzernchef Ola Källenius ein striktes Sparprogramm ausgerufen, das bis Ende 2022 alleine beim Personal rund 1,4 Milliarden Euro einbringen soll. Rund 10.000 Stellen dürften der Maßnahme, laut früherer Aussage von Personalvorstand Wilfried Porth, zum Opfer fallen. Branchen-Experten gehen davon aus, dass das angesichts der neuen Entwicklungen nicht reichen wird.