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Cyberversicherungen boomen wegen Homeoffice | BR24

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Hände beim Tippen und Arbeiten am Laptop.

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Cyberversicherungen boomen wegen Homeoffice

Viele Firmen haben wegen Corona Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Das birgt auch Gefahren. Oft sind Rechner nicht ausreichend geschützt. Eine sogenannte Cyberversicherung soll bei Datendiebstahl und Datenmissbrauch helfen. Wie sinnvoll ist sie?

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Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir inzwischen online. Am Handy, Tablet oder Rechner. Seit Corona sind wir sogar noch mehr im Netz unterwegs. Privat und beruflich. Wo es geht, haben Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Dann steht der meist firmeneigene Laptop auf dem Esstisch. Doch ist dieser auch sicher vor Hackerangriffen?

Juristische, technische und psychologische Hilfe

Immer mehr Versicherungen bieten eine sogenannte Cyberversicherung an. Sie kombinieren klassischen Rechtsschutz mit juristischer und psychologischer Beratung sowie Betreuung durch einen IT-Spezialisten.

So durchforstet er bei einem Hackerangriff oder bei Cybermobbing das Internet nach sensiblen Daten und rufschädigenden Inhalten. Er rettet, sichert und stellt die Daten wieder her oder löscht die unliebsamen Inhalte.

IT-Forensiker versuchen Daten nach Angriff zu retten

Ein realer Fall der AXA-Versicherung: Ein Dienstleistungsunternehmen ist gehackt worden. Seine Daten wurden komplett verschlüsselt inklusive des Backups. Der Chef des Unternehmens kontaktiert die Versicherung an. Ein sogenannter "IT-Forensiker" schafft es, zumindest einen Teil der Daten zu retten.

Schock und Schaden bleiben, auch wenn die Versicherung den finanziellen Schaden übernommen hat. Hier konnte die abgeschlossene Cyberversicherung helfen. "Ansonsten hätte die Firma nicht mehr arbeiten können, noch nicht einmal Rechnungen schreiben", sagt Cyberversicherungsexpertin Sabine Träumer von der AXA.

Schäden bis zum Millionenbereich

Es gibt auch Fälle, bei denen Firmen wegen eines Hackerangriffs zugrunde gehen. Ein erfolgreicher Hackerangriff auf ein Großunternehmen verursacht einen durchschnittlichen wirtschaftlichen Schaden von 1,8 Millionen Euro.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen liegt der Durchschnittswert bei 70.000 Euro. Die Dunkelziffer der Hackerangriffe und damit des tatsächlichen wirtschaftlichen Schadens ist vermutlich noch viel höher.

Corona lockt Hacker: Angriffe nehmen zu

Cyberkriminalität hat in den vergangenen Monaten zugenommen. Allein im Juli dieses Jahres gab es deutschlandweit 100.000 Hackerangriffe auf klein- und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen. Das haben IT-Sicherheitsforscher festgestellt. Die Tatsache, dass wegen Corona viele im Homeoffice arbeiten, lockt Hacker.

Die Folge: Cyberversicherungen werden immer öfter abgeschlossen. So verzeichnet die Versicherungskammer Bayern einen Zuwachs von 20 Prozent bei Firmen und eine Verdoppelung im Privatkundengeschäft. "Wir stellen seit April eine enorme Steigerung fest", sagt Christian Kaffenberger von der Versicherungskammer Bayern. "Wobei man da immer die Basis sehen muss. Es ist noch ein relativ junges Produkt". Absolute Zahlen dazu gibt es nicht.

Andere Versicherungen bestätigen den Boom. "Das Umstellen auf Homeoffice kam für viele Arbeitgeber abrupt. Da fehlte es dann oft an einem verbindlichen IT-Konzept", stellt Sabine Träumer von der AXA fest. Nun kommen immer mehr Nachfragen seitens der Firmen.

Firma verantwortlich für "sicheres" Homeoffice

Ein Schutzschirm für digitales Arbeiten kann sinnvoll sein, sagt die Verbraucherzentrale Bayern. "Je mehr man online ist, umso wichtiger sind Cyberversicherungen", so Sascha Straub von der Verbraucherzentrale in München. Bei Cyberattacken, Cybermobbing oder Identitätsdiebstahl im Privaten braucht man entsprechend Beratung, Unterstützung und Geldleistungen, die im Schadenfall fließen.

Anders verhält es sich im Homeoffice. Kommt es da zu Attacken und Schäden, ist die Firma verantwortlich für den Versicherungsschutz. "Arbeitgeber provozieren mit Homeoffice Cyberrisiken", warnt Versicherungsexperte Straub. "Sie müssen die Sicherheit gewährleisten, die Technik entsprechend bereitstellen, damit die Mitarbeiter sicher im Firmennetz kommunizieren und arbeiten können."

Trotz Cyberversicherung: Sicherheitsregeln einhalten

Seit knapp zehn Jahren gibt es Cyberversicherungen. Sie kosten jährlich zwischen 30 und 250 Euro, je nach Leistungsumfang. Noch sind sie kein Standard. Aber durch Corona und Homeoffice sind sowohl Firmen als auch Privatpersonen sensibler geworden für sicheres Online-Arbeiten.

Aber: Cyberversicherungen entbinden den User nicht davon, die üblichen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. "Das bedeutet: eine Firewall, so dass man aktiven Virenschutz hat", erklärt Straub. "Man muss auf dem neuesten Stand der Technik sein, was die Abwehr von Schadprogrammen angeht. Natürlich müssen auch die Onlinezugänge und Passwörter sicher sein." Das beliebte Katzenvideo auf dem Dienstrechner anzuschauen, ist also nach wie vor tabu.

Wer den vollen Versicherungsschutz will, muss also viele Punkte beachten. Stiftung Warentest hat übrigens im Juni dieses Jahres 19 Cyberschutz-Tarife von 15 Versicherungen verglichen.

Bayern fördert seit Jahren IT-Sicherheit von Firmen

Auffallend ist laut Versicherungsexperten: Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist Bayern bei der Cyberversicherung weit vorne. Ein Grund könnte sein, dass der Freistaat schon seit Jahren mit verschiedenen Programmen die IT-Sicherheit von Unternehmen unterstützt.

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