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Cyberkriminalität am Untermain hat zugenommen | BR24

© BR/Katrin Küx

Laut IHK Aschaffenburg ist nahezu jedes Unternehmen von Angriffen aus dem Netz betroffen. Auch am Untermain gibt es lohnenswerte Ziele für Hacker.

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Cyberkriminalität am Untermain hat zugenommen

Durch Hacker-Attacken entstehen teilweise Schäden in Millionenhöhe. Laut IHK Aschaffenburg ist nahezu jedes Unternehmen von Angriffen aus dem Netz betroffen. Auch am Untermain hat die Cyberkriminalität zugenommen.

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"Cyberkriminalität hat enorm zugenommen und sich zu einem leider sehr lukrativen Geschäftsfeld entwickelt. Nahezu jedes Unternehmen, am Untermain, hat mit Angriffen aus dem Netz zu kämpfen", sagt Frank Schlottke dem Bayerischen Rundfunk. Der Vizepräsident der Aschaffenburger IHK spricht von allein 14 Weltmarktführern im Landkreis Miltenberg, die für Hacker lohnenswerte Ziele seien.

Er betont: Deutschland, Österreich und die Schweiz seien die einzigen Länder weltweit, die erklärtermaßen keine Wirtschaftsspionage betreiben. In Russland sei Wirtschaftsspionage sogar Verfassungsauftrag und in China gehöre sie beinahe zum guten Ton. Aber auch die USA und unsere europäischen Nachbarn würden mitmischen.

Konzern feuerte Mitarbeiter wegen Spionageverdacht

Wer Opfer Cyberkrimineller geworden ist, wolle in der Regel nicht darüber sprechen, so Schlottke weiter. Auch seine Firma werde kontinuierlich attackiert. Vor 22 Jahren gründete er in Großwallstadt (Lkr. Miltenberg) die Applied Security GmbH, spezialisiert auf Datensicherheit. Er erzählt im BR-Interview vom Fall eines Biotechnologie-Konzerns, der sogar Mitarbeiter feuerte, weil er sie der Spionage verdächtigte. Hier war ein spezieller Virus für genau diese Firma entwickelt worden. Ein Schaden in Höhe von 600 Millionen Euro hätte in letzter Minuten verhindert werden können.

Minister sprechen sich für härtere Strafen aus

Die größte Schadenssumme in Bayern liege bei 80 Millionen Euro, so Schlottke. In dem Fall seien Gelder für einen potentiellen Firmenkauf überwiesen worden. "Das lohnt sich schon", erklärt der IHK-Vizepräsident. Er begrüßt, dass sich die zuständigen Minister am Montag in München bei der Zwischenbilanz der ressortübergreifenden "Cyberabwehr Bayern" unter anderem für härtere Strafen und eine umfassende Speicherung von Internetverbindungsdaten ausgesprochen haben.

IT-Experte fordert klare Regeln für Speicherung von IP-Adressen

Der IT-Experte hat aber auch Bedenken: Für die Speicherung von IP-Adressen müsse es klare Regeln geben, fordert Schlottke: "Ich halte das durchaus für ein Instrument, das ich nutzen kann, wenn der Zugriff auf diese Verbindungsdaten zeitlich limitiert ist und zeitgleich mit entsprechenden Kontrollen verbunden ist, dass er beispielsweise nur nach richterlicher Anordnung geschehen darf."

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