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Cum-Ex-Geschäfte: Deutsche Bank tief in Steuerskandal verstrickt | BR24

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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

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    Cum-Ex-Geschäfte: Deutsche Bank tief in Steuerskandal verstrickt

    Die Steuerabteilung der Deutschen Bank wusste nach Recherchen von WDR, NDR und "SZ" frühzeitig, dass Finanzjongleure in die Staatskasse griffen. Doch statt die Bundesregierung zu warnen, verdiente die Bank an den Geschäften.

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    Link zum ThemaDie Warnung erreichte die Steuerabteilung der Deutschen Bank im Frühjahr 2007. Das geht aus internen E-Mails hervor, die WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" vorliegen. Darin fasst ein Mitarbeiter sein Treffen mit den Kollegen der Steuerabteilung zusammen. Es sei um Geschäfte gegangen, bei denen voraussichtlich Steuern von deutschen Behörden zurückverlangt würden, die zuvor niemand gezahlt hatte, schreibt er. Die Geschäfte würden von zahlreichen Akteuren am Finanzmarkt und in erheblichem Umfang betrieben.

    Was die Alarmglocken eines jeden Steuerexperten hätte aufschrillen lassen müssen, ließ die Fachleute der Deutschen Bank offenbar kalt. Die Steuerrechtler, so schreibt der Mitarbeiter, seien entspannt geblieben. Die Deutsche Bank selbst habe wegen der Geschäfte keine Probleme zu befürchten. Danach ließ man die Geschäfte offenbar laufen und verdiente als Dienstleister daran mit. Die zuständigen Steuerbehörden informierte nach jetzigem Kenntnisstand offenbar niemand.

    Mehrfach erstattete Steuern

    Heute ist klar: Bei den beschriebenen Geschäften ging es um den wohl größten Steuerraubzug der Bundesgeschichte. Cum-Ex heißt der Aktienhandel, der einem Verwirrspiel gleicht. Aktien mit und ohne Dividende werden trickreich hin- und hergeschoben, um sich eine lediglich einmal gezahlte Steuer auf Dividendenerlöse mehrmals erstatten zu lassen.

    Der Staat soll auf diese Weise um einen zweistelligen Milliarden-Betrag betrogen worden sein. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln gegen zahlreiche Bank-Manager und Börsenhändler. Darunter sind auch zwei frühere Beschäftigte der Deutschen Bank. Ob das Ausnutzen der Gesetzeslücken tatsächlich rechtswidrig war, ist bis heute juristisch nicht geklärt.