BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Creditreform befürchtet Insolvenzwelle in Deutschland | BR24

© BR

Trotz Corona-Krise sind im ersten Halbjahr weniger Firmen pleitegegangen. Laut Creditreform gab es 8.900 Unternehmensinsolvenzen, ein Rückgang um 8,2 Prozent. Doch der Schein trügt: Experten erwarten die Pleitewelle mit Verzögerung.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Creditreform befürchtet Insolvenzwelle in Deutschland

Trotz Corona-Krise sind im ersten Halbjahr weniger Firmen pleitegegangen. Laut Creditreform gab es 8.900 Unternehmensinsolvenzen, ein Rückgang um 8,2 Prozent. Doch der Schein trügt: Experten erwarten die Pleitewelle mit Verzögerung.

2
Per Mail sharen
Von
  • Felix Lincke
  • Leonie Thim

Die Zahl der Insolvenzen hat sich nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform von der tatsächlichen Situation in der Wirtschaft abgekoppelt. Staatshilfen und die vorübergehende Aussetzung der Pflicht für Unternehmen, einen Insolvenzantrag zu stellen, hätten die drohende Pleitewelle nur vertagt. Das Risiko einer deutlichen Verschärfung bestehe ab September, wenn die alte Meldepflicht wieder gilt. Dann könnte Deutschland "eine Insolvenzwelle von bisher nicht gekanntem Ausmaß" drohen, meinen die Fachleute.

Mehr Firmenpleiten in der zweiten Jahreshälfte

Auch Bankexperten rechnen mit einer größeren Anzahl von Kreditausfällen in der zweiten Jahreshälfte. Durch die Pandemie und den Zusammenbruch des Welthandels wurde die Industrie geschwächt.

Die Schäden durch die rund 8.900 Unternehmensinsolvenzen im 1. Halbjahr bezifferte Creditreform auf rund zwölf Milliarden Euro. Dadurch seien in den betroffenen Firmen und deren Umfeld knapp 125.000 Arbeitsplätze bedroht oder bereits weggefallen.

Auch Privatinsolvenzen noch rückläufig

Bei den Privatinsolvenzen und denen von Verbrauchern ist laut Creditreform derzeit auch noch nicht viel von der Corona-Krise zu spüren. Die sind im ersten Halbjahr um 6,4 Prozent auf 30.800 zurückgegangen. Die schwierigere Situation auf dem Arbeitsmarkt werde sich mit Verzögerung auch bei ihnen bemerkbar machen. Millionen Beschäftigte sind in Kurzarbeit und verdienen dadurch bereits weniger, für viele Selbständige ist die Situation noch schwieriger.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!