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Coronavirus: Welche Rechte haben Arbeitnehmer? | BR24

© dpa-Themendienst

Homeoffice aus Sorge vor einer möglichen Infektion? Das ist nicht immer so einfach.

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    Coronavirus: Welche Rechte haben Arbeitnehmer?

    Mit jedem neuen Corona-Fall steigt die Sorge, man könnte sich auch mit dem neuartigen Erreger infizieren. Doch kann man einfach aus Angst vor einer möglichen Ansteckung zu Hause bleiben? Ein Überblick darüber, welche Rechte Arbeitnehmer jetzt haben.

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    Darf ich aus Sorge vor einer möglichen Infektion nicht in die Arbeit gehen?

    Einfach zu Hause bleiben aus Angst, das dürfte zu Problemen mit dem Arbeitgeber führen. Sich anzustecken gehört laut DGB Rechtschutz GmbH zum allgemeinen Lebensrisiko. Nur wer erkrankt und damit arbeitsunfähig ist, der ist nicht zur Arbeit verpflichtet.

    Ein Risiko trägt aber auch der Betrieb. Sollte zum Beispiel die Produktion stoppen, weil ein wichtiges Teil nicht geliefert werden kann, dann muss das Gehalt trotzdem weiter überwiesen werden – auch wenn die Firma dafür vorübergehend keine Leistung bekommt.

    Kann der Arbeitgeber mich in den Zwangsurlaub schicken?

    Laut Arbeitsrechtlern dürfen die betroffenen Mitarbeiter auch nicht einfach in Zwangsurlaub geschickt werden. Urlaub muss der Arbeitnehmer beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Allerdings könnte der Beschäftigte selber oder auch der Betriebsrat im Krisenfall eine Vereinbarung mit der Firmenleitung treffen. Es kommt also auf den Einzelfall an.

    Werde ich im Falle einer Quarantäne weiter bezahlt?

    Grundsätzlich ist es möglich, dass die zuständige Behörde vor Ort den Betrieb dicht macht, weil zu viele Mitarbeiter sich mit dem Virus angesteckt haben. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass auch das unter das Betriebsrisiko einer Firma fällt. Also müsste sie das Entgelt weiterzahlen.

    Etwas anders sieht die Rechtslage laut Juristen aus, wenn ein Beschäftigter sich angesteckt haben könnte und deshalb in Quarantäne geschickt wird. Das Infektionsschutzgesetz sieht dann eine Entschädigung vor, die dem im Krankheitsfall entspricht: Sechs Wochen lang wird der Verdienstausfall in voller Höhe gezahlt. Der Arbeitgeber kann sich das Geld von der Behörde zurückholen.

    Ab der siebten Woche Quarantäne gibt es dann soviel wie beim Krankengeld, also etwa 70 Prozent des Bruttogehaltes. Auch das wird vom Staat übernommen. Anspruch auf Ausgleich haben dabei auch Selbstständige. Da sie keinen Arbeitgeber haben, müssen sie den Antrag selber bei der zuständigen Behörde stellen.

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