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Die Lufthansa streicht Flüge nach China, die WHO prüft, ob sie den internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen soll und Apotheken gehen die Schutzmasken aus. Der Grund für all dies ist das Coronavirus. Seine Auswirkungen sind vielfältig.

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Coronavirus: Auswirkungen in vielen Bereichen spürbar

Die Lufthansa streicht Flüge nach China, die WHO prüft, ob sie den internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen soll und Apotheken gehen die Schutzmasken aus. Der Grund für all dies ist das Coronavirus. Seine Auswirkungen sind vielfältig.

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Besuch in der Nauplia-Apotheke in München. Wer hier einen Mundschutz sucht, geht leer aus. Jegliche Art von Maske ist bereits seit Tagen restlos ausverkauft. Die Lager seien leer, so Apotheker Peter Sandmann. Aber die Angst vor dem Coronavirus sei im Verhältnis zur Influenza irrational. Bei der Grippe gebe es ja immer wieder mehrere Millionen Erkrankte und viele tausend Todesfälle.

"Im Gegensatz zur Influenza ist der Coronavirus ja eigentlich sehr begrenzt und sehr wenig ausgeprägt und eigentlich gar nicht so gefährlich. Aber die Leute sind momentan ja tatsächlich schon fast hysterisch." Peter Sandmann, Apotheker

Apotheker: Papiermasken helfen nicht gegen Coronavirus

Der Renner sind aktuell einfache Papiermasken. Diese halten aber nicht lange. Sie werden schnell durch den Atem und Niesen durchnässt und sollten dann gewechselt werden. Da bräuchte man gleich ein paar pro Tag, meint der Apotheker. Der eigentliche Knackpunkt aber ist: Sie scheinen gegen das Coronavirus gar nicht zu wirken.

"Es ist so, dass einfache Papiermasken, wie man sie ja hauptsächlich im Fernsehen sieht, in China beispielsweise, eigentlich im Grunde nicht helfen gegen diese Viren. Die dienen so ein bisschen aus Höflichkeitsgründen, wenn man das Gegenüber nicht direkt anhustet. Dafür sind sie auch gedacht." Peter Sandmann, Apotheker

Doch gerade die Fernsehbilder aus China sind es, die Menschen in Bayern zu diesen Hamsterkäufen veranlassen. In Bayern ist auch die ersten bestätigten Fälle in Deutschland aufgetreten. Beim Autozulieferer Webasto steckte sich ein Mitarbeiter während einer Schulung bei einer chinesischen Kollegin an. Kurz darauf wurde das Virus bei drei weiteren Mitarbeitern der Firma nachgewiesen.

Mehr Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen

Inzwischen wurden auch die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen verschärft, zum Beispiel in München. Ankommende Passagiere aus China müssen Aufenthaltsort und Kontaktdaten hinterlassen, Warnhinweise und Plakate sollen aufklären.

Familie Gleichauf kommt gerade aus Peking zurück. Die Mutter ist froh, endlich in Deutschland zu sein. Für sie war die Ausreise aus China ein einziger Spießrutenlauf:

"Am Flughafen gab es Zettelchen, wo wir alle abgefragt wurden, wo wir herkommen, ob wir aus Wuhan kommen, ob wir einreisen, ob wir ausreisen, wer wir sind, wo wir hinwollen. Und erst dann konnten wir überhaupt richtig weitergehen, um einchecken zu können und durch die Schleuse zu gehen. Also die Maßnahmen, die die Regierung ergreift, sind schon wirklich sehr streng." Diana Gleichauf, Flugreisende aus Peking

Desinfektionsmittel sind inzwischen knapp geworden

Seit Ausbruch des Virus hat Diana Gleichauf zum Schutz ihrer Kinder immer ein Desinfektionsmittel griffbereit. Ob sie es hierzulande nachkaufen kann, ist fraglich. Die Bestände in den Apotheken schrumpfen. Auch bei Peter Sandmann gibt es nur noch einen kleinen Rest.

"Das Problem ist tatsächlich: Das hier sind wirklich die letzten, die ich noch auf Lager habe. Die anderen sind dann auch nicht mehr nachzubestellen." Peter Sandmann, Apotheker

Der Apotheker checkt für uns online nochmal die Bestände der Großhändler. Fehlanzeige. Alles vergriffen. Vor allem auch die kleinen Packungsgrößen, die man mit an Bord von Flugzeugen nehmen kann.

Abgesagte Reisen: Pauschalurlauber bekommen Reisepreis zurück

Immer mehr Airlines und Reiseveranstalter sagen Flüge von und nach China ab. Pauschalurlauber bleiben auf den Kosten dennoch nicht sitzen, erklärt Verbraucherexpertin Julia Zeller.

"Wenn mein Reiseveranstalter meine Reise absagt, dann bekomme ich meinen Reisepreis zurück. Weitere Ansprüche habe ich jedoch nicht. Bei Epidemien oder Krankheiten handelt es sich um außergewöhnliche Umstände, sodass kein weiterer Schadensersatz gezahlt werden muss." Julia Zeller, Juristin, Verbraucherzentrale Bayern

Wird die Reise aber vom Veranstalter durchgeführt, muss man sie entweder antreten oder verliert sein Geld. Es sei denn, das Auswärtige Amt spricht eine eindeutige Reisewarnung aus. Bislang gibt es aber nur einen verschärften Sicherheitshinweis.

Bayerische Unternehmen streichen Dienstreisen

Auch bayerische Unternehmen haben inzwischen reagiert. Webasto sagte nach der Erkrankung des ersten Mitarbeiters sofort alle Dienstreisen nach China ab und schloss auch den Stammsitz im oberbayerischen Stockdorf vorübergehend. Auch die Autozulieferer Schaeffler und ZF reagierten mit einem strikten Reiseverbot für Mitarbeiter. BMW, Siemens und Audi haben Dienstreisen auf ein absolutes Minimum reduziert und behalten sich weitere Maßnahmen vor.

Unklar ist, ob damit die Ausbreitung des Virus gestoppt werden kann. Gesundheitsämter raten zu Gelassenheit. Medikamente oder Impfstoffe gibt es allerdings nicht gegen das Coronavirus.

Apotheker rät: nicht in Panik verfallen

Bleibt den Kunden nur eine normale Prophylaxe. Regel Nummer eins: wenn möglich, den Umgang mit kranken Personen vermeiden. Und: immer wieder Hände waschen, so Apotheker Peter Sandmann.

"Mindestens fünfmal täglich Hände waschen: jedes Mal, wenn es möglich ist, wenn man etwas angefasst hat im öffentlichen Raum, beispielsweise in U-Bahnen, Türgriffe, das sind alles so Infektionsherde. Und super wichtig ist: Einmaltaschentücher verwenden und in die Ellenbogenbeuge niesen." Peter Sandmann, Apotheker

Peter Sandmann rät seinen Kunden, besonnen zu reagieren und nicht in Panik zu verfallen.

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