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Coronakrise: Siemens erwartet Digitalisierungs-Schub | BR24

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Nach den Erfahrungen des nahezu weltweiten Lockdowns erwartet Siemens einen Digitalisierungs-Schub in der Industrie. Unternehmen würden künftig verstärkt auf Lösungen setzen, mit denen sich etwa Maschinen auch aus dem Homeoffice überwachen lassen.

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Coronakrise: Siemens erwartet Digitalisierungs-Schub

Nach den Erfahrungen des nahezu weltweiten Lockdowns erwartet Siemens einen Digitalisierungs-Schub in der Industrie. Unternehmen würden künftig verstärkt auf Lösungen setzen, mit denen sich etwa Maschinen auch aus dem Homeoffice überwachen lassen.

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Eigentlich hätte in der vergangenen Woche die Hannover Messe stattgefunden, wäre sie nicht – wie so viele Großveranstaltungen – der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Einer der wichtigsten Aussteller bei der größten Industrie-Schau der Welt ist traditionell Siemens.

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Krisenbetrieb bei Siemens

Auch in diesem Jahr hätte der Münchener Konzern für seine Lösungen rund um das Thema Industrie 4.0 geworben. Also Technologien, mit denen sich Maschinen und ganze Fabriken digital vernetzen und überwachen lassen. Doch dann kam das Virus, und auch für das Siemens-Management hieß es plötzlich: Krisenbetrieb.

Entzerrte Schichten in der Produktion, Heimarbeit, wo immer möglich. Persönliche Kontakte vermeiden. Anders als in der Auto-Industrie, die nahezu alle Werke zwischenzeitlich stilllegte und zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, wurde und wird bei Siemens in vielen Fabriken weitergearbeitet.

Vorteile durch Industrie 4.0

Der Konzern nutzt dafür eigene Technologien, etwa in seinem Werk in Amberg in der Oberpfalz, wo nahezu alle Maschinen vernetzt sind. So kann fast die Hälfte der Produktions-Mitarbeiter von zu Hause aus per Computer überwachen, ob alle Fertigungsstraßen rund laufen und wo es hakt.

Dann ist noch immer der Einsatz vor Ort nötig, erklärt Vorstandsmitglied Klaus Helmrich: "Mitarbeiter, die Produktionsverantwortung haben, die für den Service-Einsatz da sind, die für den Ablauf zuständig sind, haben Remote-Zugriff auf die einzelnen Maschinen-Zustände und müssen natürlich bei einem Störungsfall vor Ort gehen. Aber wenn der Betrieb normal läuft, sind wir in der Lage, diesen Betrieb mit 40 Prozent von zu Hause aus zu steuern und am Leben zu erhalten."

Großes Interesse an stärkerer Vernetzung

Gerade in Zeiten, in denen es darum geht, möglichst wenige Menschen vor Ort in der Fabrik zu haben, seien solche Technologien für viele Kunden offenbar interessant. Zumal sich nicht nur Maschinen in der Produktion steuern lassen. Sind ganze Unternehmens-Abläufe vernetzt, können auch Entwickler von zu Hause aus arbeiten und sich mit ihren Kollegen digital austauschen.

Bei Siemens ist zu hören, das Kunden-Interesse sei riesig. Auch wenn sich in diesen Wochen etwa die Autohersteller oder Maschinenbauer angesichts knapper Kassen mit konkreten Aufträgen noch zurückhalten.

Und einen weiteren Vorteil hat die Vernetzung: Laut Siemens-Chef Joe Kaeser sind von den 120.000 Mitarbeitern des Konzerns in Deutschland gerade einmal 1.600 in Kurzarbeit, also weniger als zwei Prozent der Belegschaft.

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