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Coronahilfen in Bayern: Warum 53.000 Anträge abgelehnt wurden | BR24

© BR/Walter Kittel

Beim bayerischen Wirtschaftsministerium sind schon fast eine halbe Million Anträge auf Soforthilfe eingegangen. Noch sind nicht alle abgearbeitet, aber es hat sich herausgestellt, dass etwa 10 Prozent der Anträge abgelehnt werden.

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Coronahilfen in Bayern: Warum 53.000 Anträge abgelehnt wurden

Beim bayerischen Wirtschaftsministerium sind schon fast eine halbe Million Anträge auf Soforthilfe eingegangen. Noch sind nicht alle abgearbeitet, aber es hat sich herausgestellt, dass etwa 10 Prozent der Anträge abgelehnt werden.

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Seit Mitte März können Unternehmen in Bayern Corona-Soforthilfezuschüsse beantragen. Insgesamt wurden nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums bisher 480.000 Anträge gestellt und davon bereits 350.000 bewilligt. Mehr als 53.000 Anträge auf Soforthilfe wurden bislang abgelehnt. Etwa 70.000 müssen noch bearbeitet werden.

Abgelehnte Coronahilfen: fehlerhaft, unvollständig oder unlesbar

Fast jeder dritte Antrag, der vor dem 1. April eingereicht wurde, war nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums unleserlich, fehlerhaft oder unvollständig ausgefüllt. Zunächst konnten Unternehmen, Selbstständige oder Landwirte die Hilfsgelder noch nicht online beantragen. Teilweise wurden die pdf-Dokumente handschriftlich ausgefüllt, eingescannt und per E-Mail verschickt.

In vielen Fällen seien die Antragsteller dann aber nicht mehr zu erreichen gewesen oder hätten auf Nachfragen nicht reagiert, so eine Sprecherin des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Die Anträge auf Hilfszahlungen wurden entsprechend abgelehnt.

Auch Mehrfach-Anträge wurden aussortiert

Viele Unternehmen hätten zudem mehrfach denselben Antrag gestellt. Wohl aus Unsicherheit, ob die Unterlagen auch wirklich eingegangen sind.

Ein weiterer Grund für insgesamt mehr als 53.000 abgelehnte Anträge: Wer in der Coronakrise privat in finanzielle Not gerät, für den sind die Soforthilfen nicht bestimmt.

Auch Betrüger stellten offenbar Anträge

Zudem wird vom bayerischen LKA gegen Betrüger ermittelt. Bisher geht es um eine hohe zweistellige Zahl vermutlich betrügerischer Förderanträge - insgesamt um einen mittleren sechsstelligen Eurobetrag.

Dieses Geld wurde aber zum Teil bereits wieder sichergestellt, zum Teil konnten die Überweisungen noch rechtzeitig gestoppt werden.

Wirtschaftsminister Aiwanger hat mittlerweile auch schon eine zweite Runde der Soforthilfe in Aussicht gestellt.

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