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Audi und VW wollen Produktion weitgehend einstellen | BR24

© ARD/Wolfgang Kurtz

Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. Laut Betriebsrat soll kommenden Freitag an den allermeisten Standorten die letzte Schicht laufen.

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Audi und VW wollen Produktion weitgehend einstellen

Sowohl Audi als auch VW wollen die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. Laut den Betriebsräten der beiden Konzerne soll Ende der Woche die letzte Schicht laufen.

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Der Volkswagen-Konzern stoppt wegen der Coronavirus-Krise seine Produktion in den meisten Werken in Deutschland und Europa. Der Konzern werde am Vormittag bekanntgeben, dass am Freitag die letzte Schicht anlaufe, hieß es in einem Brief des Betriebsrats an die Mitarbeiter.

Betriebsrat: Abstandsgebote am Band nicht möglich

Während im Bürobereich bei VW Abstandsgebote wegen der Corona-Epidemie gälten, arbeiteten die Kollegen in der Produktion Schulter an Schulter, hieß vom Betriebsrat. Das Robert-Koch-Institut empfehle jedoch etwa Mindestabstände, die an den einzelnen Arbeitsstationen nicht einzuhalten seien. "Wir dringen hier auf verbindliche Ansagen", erklärte der Betriebsrat in Richtung Management.

"Die Beschäftigten haben sich und uns Betriebsräte gefragt, warum sie dieses deutlich höhere Ansteckungsrisiko tragen müssen", berichtet Betriebsratschef Bernd Osterloh. Der Betriebsrat habe gegenüber dem Vorstand diese "Zweiklassengesellschaft" kritisiert.

In den vergangenen Tagen hatte es bei VW auch in deutschen Werken erste bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 gegeben. Nun beriet sich der Betriebsrat mit dem Vorstand über die Lage. Das Management habe auf den Druck reagiert und beschlossen, die Produktion vorübergehend zu schließen.

Produktion zunächst für zwei Wochen unterbrochen

Welche Folgen der Schritt für die Produktion beim größten Autohersteller der Welt hat und wie lange die Maßnahme anhält, war zunächst unklar. VW-Chef Herbert Diess sagte, viele Standorte richteten sich auf zwei Wochen Unterbrechung ein. Die deutschen VW-Standorte waren nach jüngsten Angaben des Konzerns bisher nur von relativ wenigen nachgewiesenen Sars-Cov-2-Infektionen betroffen. Am vergangenen Wochenende waren Fälle im Werk Baunatal bei Kassel sowie im Stammwerk Wolfsburg bekannt geworden.

Den betreffenden Beschäftigten soll es jüngsten Angaben zufolge gut gehen, sie seien in häuslicher Quarantäne. VW hatte zuletzt etwa Hygiene- und Abstandsvorschriften verschärft, auch Kantinen sollten geschlossen werden. Dienstreisen wurden eingeschränkt, größere Versammlungen verschoben.

Betriebsrat: Schutz von Risikopersonen steht im Vordergrund

Vorstand und Betriebsrat hatten sich kürzlich an die Belegschaft gewandt. "Uns ist klar, dass wir auch bei Volkswagen mit Fällen von Corona rechnen müssen", hieß es in einem Brief an die Mitarbeiter. "Es geht aber darum, die Ausbreitung einzudämmen. Denn so schützen wir die Schwachen in der Gesellschaft: unsere Eltern und Großeltern, Lungenkranke, Asthmatiker und alle anderen Risikopersonen."

Auch Audi stoppt die Produktion

Auch die beiden Audi-Standorte Ingolstadt und Neckarsulm stellen die Fertigung ein. "Die Produktion in den Audi-Werken wird bis zum Ende der Woche kontrolliert runtergefahren", teilte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch mit. Er hoffe auf ein solidarisches und unbürokratisches Entgegenkommen des Unternehmens gegenüber der Belegschaft.

"Wir drängen hier auf verbindliche Zusagen." Bei Porsche hieß es unterdessen, nach einem Tag Schließung solle die Produktion weitergehen. Es werde am Dienstag pausiert, damit die Mitarbeiter Zeit hätten, sich auf die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten einzustellen, erklärte ein Sprecher.

Bei BMW gebe es derzeit keine Einschränkungen der Produktion, sagte ein Sprecher.