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Corona und Chipmangel machen Autoindustrie zu schaffen | BR24

© BR / Gabriel Wirth

Die Autobranche leidet nicht nur unter dem strukturellen Wandel. In der EU brachen 2020 wegen der Corona-Beschränkungen die Neuzulassungen um fast ein Viertel ein, auf unter zehn Millionen Fahrzeuge. Aktuell fehlt der Industrie außerdem Elektronik.

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Corona und Chipmangel machen Autoindustrie zu schaffen

Die Autobranche leidet nicht nur unter dem strukturellen Wandel. In der EU brachen 2020 wegen der Corona-Beschränkungen die Neuzulassungen um fast ein Viertel ein, auf unter zehn Millionen Fahrzeuge. Aktuell fehlt der Industrie außerdem Elektronik.

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Von
  • Gabriel Wirth
  • Leonie Thim

Die Corona-Pandemie hat den Automobilmarkt im vergangenen Jahr drastisch schrumpfen lassen. Der Herstellerverband ACEA meldet, dass die Neuzulassungen in der Europäischen Union um fast ein Viertel auf rund 9,9 Millionen Fahrzeuge einbrachen.

Zum Ende des Jahres sah es in Deutschland wieder besser aus. Die Gründe: Die Bundesregierung subventionierte auch im vergangenen Jahr E-Autos, außerdem war die Mehrwertsteuer bis zum 31. Dezember 2020 auf 16 anstatt 19 Prozent gesenkt. Dadurch stiegen die Neuzulassungen in Deutschland im Dezember um fast zehn Prozent.

Ohne Mikrochips geht nichts

Da die Verkäufe nach dem ersten Lockdown aber wieder schneller anzogen als erwartet, stieg auch die Nachfrage nach Halbleitern. Ob Antrieb oder Fahrverhalten, bei einem Unfall der Airbag - das alles regeln Halbleiter. Sie sind ein Grundmaterial für Mikrochips, die in sämtlicher Elektronik stecken. In Elektrofahrzeugen werden noch mal mehr Halbleiter benötigt als in PKW mit Verbrennungsmotoren.

Doch die Hersteller elektronischer Bauteile können derzeit nicht so viel liefern, wie nachgefragt wird. Die Firmen benötigten ein paar Monate, um ihre Produktion wieder auf die höhere Nachfrage umzustellen, heißt es beim Branchenverband AZVEI. Schneller gehe es leider nicht.

Kurzarbeit wegen Elektronikmangel

Der Mangel an Halbleitern führt bei Daimler, Volkswagen und Audi bereits zu Produktionsunterbrechungen. So stehen bei Audi in Ingolstadt ab diesem Donnerstag bis zum Monatsende zwei Montagelinien still, auf denen sonst Modelle der Reihe A4 und A5 gebaut werden. Rund 9.000 Mitarbeiter müssen deshalb wieder in Kurzarbeit – wie lange, steht noch nicht fest.

Bei BMW dagegen läuft es, wie eine Sprecherin dem Bayerischen Rundfunk versicherte. Man habe das benötigte Volumen für 2021 fristgerecht bestellt und erwarte, dass die Lieferanten entsprechend der Bestellungen vertragsgerecht lieferten. Aber auch bei den Münchnern scheint man sich Sorgen zu machen. Man beobachte das Thema intensiv.

VDA: Gespräche mit Bundesregierung

Gleiches tut auch der Autoverband VDA. Man arbeite global wird "intensiv daran", die Versorgung der Automobilindustrie mit Halbleitern sicherzustellen, erklärte der VDA. Die Lage scheint prekär: Der VDA kündigte deswegen jetzt sogar Gespräche mit der Bundesregierung an.

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