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Es bleibt bei Appellen und freiwilligen Angeboten: Corona-Tests in Unternehmen und Betrieben werden nicht regelmäßig durchgeführt.

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    Corona-Tests in Betrieben: Nur Appelle statt Zusagen

    Bei der Corona-Teststrategie setzt die Bundesregierung auch auf die Mithilfe der Wirtschaft. Nun haben Arbeitgeber-Spitzenverbände auch angekündigt, die Tests in Unternehmen "substanziell auszuweiten". Konkrete Pläne bleiben sie allerdings schuldig.

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    Von
    • Peter Althammer

    Die deutsche Wirtschaft will Corona-Tests in Unternehmen deutlich ausweiten. Das haben vier Spitzenverbände in einer gemeinsamen Erklärung angekündigt. Wie das konkret gelingen soll, steht allerdings nicht in dem Papier. Es wird lediglich an die Firmen appelliert, ihren Mitarbeitern Selbsttests und nach Möglichkeit auch Schnelltests anzubieten.

    Es gehe um eine vorübergehende substanzielle Ausweitung der Tests, bis es flächendeckende Impfangebote gebe. Das sei "eine wirksame Brücke, die mindestens bis Juni notwendig sein werde", so die Industrieverbände BDI und DIHK, der Arbeitgeberverband BDA sowie die Handwerker-Lobby ZDH, die nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der 30 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im privaten Sektor vertreten.

    Corona-Tests in Unternehmen: Keine konkreten Zusagen

    Konkrete Ziele zu Tests in Unternehmen werden in der Erklärung allerdings nicht genannt, auch Details zur Finanzierung werden nicht erwähnt. Die Bundesregierung zeigte sich dennoch zufrieden. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sprach von einem "klaren Appell". Mehr Tests böten die Chance, Lockerungen für die Wirtschaft zu ermöglichen. "So können wir Schritt für Schritt wieder mehr Normalität erlangen." Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte sich ähnlich: Die Erklärung der Verbände sei eine gute Basis, um "so vielen Beschäftigten wie möglich ein Angebot zum Testen zu unterbreiten".

    Auch Bundeskanzlerin Merkel begrüßte den Appell der Verbände, forderte aber auch Schritte zur Umsetzung: "Die Teststrategie ist ein Muss für die Möglichkeit von Öffnungen." Anfang April solle die Beteiligung erstmals überprüft werden. Dann werde die Regierung sehr genau hinschauen, was herausgekommen sei.

    Bund und Länder wollten regelmäßige und umfangreiche Schnelltests

    Die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern vom 3. März waren allerdings deutlich ambitionierter:

    "Für einen umfassenden Infektionsschutz ist es erforderlich, dass die Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen." Bund-Länder-Beschlüsse

    Seitdem wird über die Umsetzung gestritten. Das Kanzleramt hatte am Freitag ein Spitzentreffen mit der Wirtschaft kurzfristig abgesagt. Beide Seiten warfen sich vor, keine ausreichenden Antworten zu liefern. Mehrere Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters nun, das Spitzentreffen sei komplett geplatzt. Allerdings gebe es auf Arbeitsebene weitere Gespräche.

    Unternehmen wollen Betriebsärzte in Impfstrategie einbinden

    In der Erklärung der Verbände heißt es zudem, Arbeitsplätze seien dank umfangreicher Hygienekonzepte ein vergleichsweise sicherer Ort. Seitens der Wirtschaft liege ein umfassendes Angebot zur Einbindung der Betriebsärzte in die Impfstrategie vor. In vielen Unternehmen liefen dazu bereits Vorbereitungen.

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