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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Robert Michael

Unternehmen müssen ab heute ihren Beschäftigten Corona-Schnelltests anbieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten können. Viele Betriebe klagen, die Kosten und der Aufwand seien zu groß. Die Gewerkschaften dagegen sind zufrieden.

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Corona - So laufen die Tests in Unternehmen

Unternehmen müssen ab heute ihren Beschäftigten Corona-Schnelltests anbieten, wenn sie nicht im Homeoffice arbeiten können. Und das mindestens einmal pro Woche. Viele Betriebe klagen über Kosten und Aufwand, die Gewerkschaften sind aber zufrieden.

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Von
  • Lukas Graw
  • Ursula Schmidt

Corona-Schnelltests für 220 Mitarbeiter - ab heute können sich im Bauunternehmen Raab alle selbst auf das Sars-Covid2-Virus testen – mindestens einmal pro Woche. Egal ob draußen auf den rund 40 Baustellen oder drinnen in Verwaltung und Lager, die Beschäftigten nutzen das Angebot ihres Arbeitgebers. Es sei ein beruhigendes Gefühl, sagt ein Mitarbeiter. Zu wissen, dass man weiterarbeiten könne und auch die Familie nicht anstecke.

Auch Verdachtsfälle haben Unternehmen geschadet

Das negative Testergebnis beruhigt nicht nur die Mitarbeiter und deren Angehörige, sondern soll den Unternehmen auch Planungssicherheit bieten, heißt es aus dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. In über einem Jahr Pandemie gab es in dem Bauunternehmen in Ebensfeld keinen Corona-Erkrankten - aber seit Jahresbeginn immer mehr Verdachtsfälle. Um leere Baustellen zu vermeiden, wird die Kontakt-Nachverfolgung in der Belegschaft bei Raab zur Chefsache: "Ich hab's mal spaßhalber durchgezählt", sagt Unternehmensleiter Wolfgang Schubert-Raab, "ich hab an die 30 Telefonate zu führen, die Leute müssen dann zum Testen gehen und mir dann wieder mitteilen, sind sie positiv oder negativ."

Nachweis einer Bestellung reicht aus

Durch die Tests direkt in der Firma lasse sich dieser Aufwand deutlich reduzieren. Das oberfränkische Unternehmen hatte Glück und hat direkt zum Start der Testangebotspflicht Schnelltests erhalten – alle anderen Firmen müssen bei einer Kontrolle zumindest einen Bestellschein nachweisen können.

    IHK: Staat wälzt seine Aufgaben an Unternehmen ab

Die Bayerische Industrie- und Handelskammer sieht in der nun in Kraft getretenen Angebotspflicht dennoch ein Zeichen, dass eine sinnvolle bevölkerungsweite Teststrategie verschleppt worden ist. Und darunter hätten nun besonders kleine Betriebe zu leiden. Sie müssten Aufgaben und Kosten übernehmen, für die eigentlich der Staat zuständig sei. "Gleichzeitig ist es den Unternehmern aber nicht erlaubt, ihre Mitarbeiter zu verpflichten, die Tests zu nutzen oder nur mit negativem Testergebnis zur Arbeit zu kommen“, kritisiert Manfred Gößl, Chef der IHK Bayern.

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