BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Christine Bergmann
Bildrechte: picture alliance / Global Travel Images

Der zweite harte Lockdown wird teuer: Die Hilfen für die betroffenen Unternehmen kosten den Staat pro Monat - zusätzlich zu den anderen Unterstützungsmaßnahmen - weitere gut 11 Milliarden Euro. Damit steigt die Verschuldung des Landes weiter an.

7
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Corona-Schulden: Kann Deutschland sich das leisten?

Der zweite harte Lockdown wird teuer: Die Hilfen für die betroffenen Unternehmen kosten den Staat pro Monat - zusätzlich zu den anderen Unterstützungsmaßnahmen - weitere gut 11 Milliarden Euro. Damit steigt die Verschuldung des Landes weiter an.

7
Per Mail sharen
Von
  • Christine Bergmann

Mehr als 2,2 Billionen Euro - so hoch sind die Schulden Deutschlands, wie sie die Schuldenuhr des Bunds der Steuerzahler angibt. Eine unvorstellbare Summe. Aber die allein sagt noch nicht viel. Denn gleichzeitig hat Deutschland, nach Schätzungen der Bundesregierung, Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 3 Billionen Euro geschaffen.

Schuldenquote durch Corona deutlich gestiegen

Aussagekräftiger ist die relative Verschuldung, die Schuldenquote. Die wird in diesem Jahr nach Schätzungen des ifo-Instituts bei rund 74 Prozent liegen. Vor Corona waren es nur 60 Prozent. Der Anstieg ist also stark. Aber die Quote an sich ist noch nicht beängstigend hoch. Nach der Finanzkrise lag sie bei gut 82 Prozent. Die gute Konjunktur nach der Finanzkrise hat es möglich gemacht, aus dieser Verschuldung wieder herauszuwachsen.

Niedrige Zinsen helfen bei der Bewältigung der Schulden

Zugute kommt dem Staat dabei auch die Niedrigzinspolitik der EZB. Denn derzeit zahlt der Finanzminister keine Zinsen für die Kredite. Die deutschen Staatsanleihen haben eine negative Rendite, sprich die Anleger zahlen sogar, um die als sicher geltenden deutschen Anleihen zu kaufen.

Und auch ein Blick über die Grenzen zeigt, dass sich Deutschland noch keine allzu großen Sorgen machen muss. Denn die Schuldenquoten sind in den meisten anderen Ländern deutlich höher: in Italien liegt sie bei knapp 159 Prozent, in Frankreich bei gut 116 Prozent und in Großbritannien sind es 102 Prozent, so die Schätzung der Europäischen Kommission

Wer zahlt all die Corona-Schulden zurück?

Bleibt die Frage, wer zahlt das alles zurück? Dabei verweisen Ökonomen immer gerne darauf, dass Staaten keine Privatpersonen sind und Schulden deshalb anders betrachtet werden müssen. Denn ein Staat stirbt nicht und hinterlässt den Schuldenberg irgendjemandem. Staatsschulden müssten auch nicht unbedingt zurückgezahlt werden. Solange die Zinsen bedient werden und die Anleger Vertrauen in diesen Staat haben, sind hohe Schulden kein großes ökonomisches Problem.

Schwierig wird es erst dann, wenn die Zinsen wieder steigen und dann ein Großteil der Staatseinnahmen für die Zinszahlungen verwendet werden muss. Dann werden die hohen Schulden zur Belastung, da weniger Geld für andere Ausgaben zur Verfügung steht.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!