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Autor und Ökonom Stelter verlangt ein Schulden-Endlager | BR24

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Daniel Stelter im B5-Podcast "Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" (Hörfunk-Sendefassung)

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Autor und Ökonom Stelter verlangt ein Schulden-Endlager

12. Juni 2020: Um die schwer angeschlagene Wirtschaft zu beleben, hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen. Wer soll das bezahlen? Niemand! - das meint zumindest der Ökonom und Buchautor Daniel Stelter in unserem Podcast.

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Von
  • Christine Bergmann
  • Johannes Lenz

Mitte Juli 2020: Der Staat greift derzeit tief in die Tasche, um die Corona-Krise abzumildern: Fördergelder, Kreditgarantien und ein ziemlich großes Konjunkturpaket. Wie werden wir die Schulden wieder los? Oder werden sie unter Umständen nie zurückgezahlt?

Darüber hat Christine Bergmann mit dem Ökonomen und Buchautor Daniel Stelter im Podcast "B5 Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" gesprochen. (abrufbar hier auch als Download).

"Schulden nicht mit Steuererhöhungen tilgen"

Die Schulden könne man nicht mit Steuererhöhungen bezahlen, meint Daniel Stelter. Ein großes Problem bei Steuererhöhungen sei: Wenn das nicht alle anderen Länder auch machten, hätte Deutschland einen starken Wettbewerbsnachteil und außerdem sei das eine äußerst unpopuläre Maßnahme.

Ein anderer Weg, Schulden zurückzuzahlen, ist Wachstum. So hat es Deutschland nach der Finanzkrise gemacht. Doch auch hier hat Daniel Stelter Einwände: "Denken Sie an die demographische Entwicklung. Wir stehen vor einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung, wir haben seit Jahren rückläufige Produktivitätsfortschritte." Das führe zu weniger Wachstum und damit werde es dementsprechend immer schwerer, Schulden über Wachstum abzubauen.

Notenbanken als "Schuldenendlager"

In der Folge wird es nach Ansicht des Berliner Ökonomen darauf hinauslaufen, dass die Schulden bei den Notenbanken abgegeben werden. Ins Endlager für Schulden sozusagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die anderen Notenbanken werden die Staatsanleihen laut Daniel Stelter weiterhin kaufen und irgendwann auf die Rückzahlung verzichten oder sie zumindest weit in die Zukunft verschieben. Der Ökonom sieht hier klare Vorteile:

"Dann könnten wir in Deutschland endlich im Inland investieren. Und wir könnten gleichzeitig die Steuern und Abgaben senken. Wir könnten in Bildung und Innovationen investieren und damit Deutschland fitter machen für die Zukunft." Ökonom Daniel Stelter

"Umschuldung": Wie Unternehmen entlasten?

Ganz ähnlich wie den Staaten werde es auch den Unternehmen gehen, meint Daniel Stelter. Viele Unternehmen könnten die Hilfskredite gar nicht zurückzahlen. Es bräuchte ein Programm zur Umschuldung der Unternehmen.

Ob Schulden der Unternehmen oder des Staates – das ist nicht nur ein deutsches Problem. Innerhalb der Eurozone gibt es Länder, die noch viel stärker betroffen sind. Und da spielt auch der Euro eine Rolle.

Denn in einer gemeinsamen Währungsunion können die Länder nicht so eigenständig handeln, wie sie möchten. Um das "Korsett der Währungsunion", wie es Stelter nennt, zu lockern, sollten alle Länder Parallelwährungen einführen können, also neben dem Euro noch nationale Währungen.

"Das wäre ein Gesichtsverlust für die Politik, aber ich glaube, wenn wir die Europäische Union zusammenhalten wollen, müssen wir in diese Richtung denken. Denn der Euro erweist sich mehr als ein Spaltpilz als ein Vehikel, um die Einheit zu fördern." Ökonom Daniel Stelter

Mit einer nationalen Währung könnten die Länder wieder eine eigenständigere Politik verfolgen, die auch ihrer Kultur entspricht. Ungebetene Ratschläge wären dann überflüssig.

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