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Unternehmerin Renkhoff-Mücke setzt auf Sozialpartnerschaft | BR24

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Bildrechte: dpa/pa/Thomas Armer

Angelique Renkhoff-Mücke im B5-Podcast "Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" (Hörfunk-Sendefassung)

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Unternehmerin Renkhoff-Mücke setzt auf Sozialpartnerschaft

24. April 2020: Die wirtschaftlichen Folgen der Krise werden immer sichtbarer. Die Verhandlungsführerin der Metallarbeitgeber in Bayern, Angelique Renkhoff-Mücke, lobt in unserem Podcast das Prinzip Kurzarbeit und die Zusammenarbeit der Tarifpartner.

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Von
  • Christine Bergmann
  • Birgit Harprath
  • Wolfram Schrag

Ende April 2020: Folge 3 (hier in der Langfassung auch als Download abrufbar) unseres Podcasts "B5 Extra Coronavirus – Wege aus der wirtschaftlichen Krise": Unsere Gesprächspartnerin: Angelique Renkhoff-Mücke. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Warema SE in Marktheidenfeld. Sie ist außerdem im Präsidium der bayerischen Metallarbeitgeber Verhandlungsführerin in den Tarifgesprächen. Sowohl in der Finanzkrise 2009 als auch nun in der Corona-Pandemie hätten Arbeitgeber und Gewerkschaften als Sozialpartner gezeigt, wie sie im Notfall an einem Strang ziehen. Als Beispiel nennt Renkhoff-Mücke das Ja der Betriebsräte zur Kurzarbeit.

    "Durch diese Sozialpartnerschaft können wir versuchen, die Belegschaften zu halten mit Kurzarbeitergeld. Da zeigt sich tatsächlich, dass wir in Deutschland ein sehr gutes System haben." Angelique Renkhoff-Mücke, Unternehmerin und Verhandlungsführerin der bayerischen Metallarbeitgeber

Kurzarbeitergeld besser als Arbeitslosigkeit

Mit Blick auf die USA, wo innerhalb kürzester Zeit die Arbeitslosenzahlen nach oben schossen, will sich Renkhoff-Mücke gar nicht vorstellen, wie es ohne Kurzarbeitergeld hierzulande aussehen würde. Die Mitarbeiter, die plötzlich keine Arbeit mehr haben, hätten durch das Kurzarbeitergeld weiter ein sicheres Einkommen. Müssten die Unternehmen wiederum die Belegschaft weiterhin voll bezahlen, würden sie innerhalb kürzester Zeit in Insolvenz gehen oder müssten große Teile der Belegschaft freistellen. Das bedeutet aber den Verlust qualifizierter Arbeitnehmer.

Lieferketten überarbeiten

Für das Unternehmen Warema gab es, wie bei vielen anderen Betrieben auch, Probleme mit den Zulieferbetrieben. So bezieht die Firma mit Sitz im fränkischen Marktheidenfeld für ihre Produkte Aluminium aus Norditalien, einem Hotspot der Corona-Krise. Weitere Teile kommen aus Spanien, Griechenland oder der Türkei. Damit fielen auf einen Schlag wichtige Partner weg, obwohl das Unternehmen sich nicht nur von einem Zulieferer abhängig gemacht hatte. Renkhoff-Mücke plant daher in ihrem Unternehmen, die Lieferketten noch einmal genauer zu überprüfen.

Insgesamt ist die Unternehmerin zufrieden, wie schnell die Hilfen des Staates für die Firmen in Notlage auf den Weg gebracht wurden. Auch wenn es jetzt im einen oder anderen Fall bei der Umsetzung hapert, sollten die betroffenen Firmen etwas Geduld aufbringen.

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