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VdK-Präsidentin Bentele: "Vermögensabgabe wäre fair!" | BR24

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Verena Bentele im B5-Podcast "Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" (Sendefassung)

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VdK-Präsidentin Bentele: "Vermögensabgabe wäre fair!"

19. Juni 2020: Die Krise fordert den Sozialstaat heraus. Nicht nur Firmen, auch Menschen brauchen Hilfe. Verena Bentele, Präsidentin des großen Sozialverbandes VdK, sieht in unserem Podcast den Staat und Vermögende in der Verantwortung.

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Von
  • Christine Bergmann
  • Birgit Harprath

Mitte Juni 2020. Kritik von Verbänden muss sich die Regierung oft anhören. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, ist aber durchaus auch zu einem Lob bereit. Das Gesundheitssystem in Deutschland hätte sich im Kampf gegen das Coronavirus bewährt, meint die VdK-Chefin im Podcast "B5 Extra Coronavirus – Wege aus der wirtschaftlichen Krise" (hier auch in der Langfassung als Download abrufbar).

VdK hätte sich mehr politische Beteiligung gewünscht

In der akuten Krisenpolitik sei der VdK von der Regierung nicht miteinbezogen worden, beklagt die Verbandschefin. Die Politik hätte im Krisenmodus möglichst schnell entscheiden müssen, doch manchmal seien die Folgen nicht richtig abgeschätzt worden. Ein Beispiel sei das Verbot für Angehörige, ihre Verwandten im Pflegeheim zu besuchen, um so die Risikogruppe vor einer Infektion zu schützen.

"Man kann nicht auf Dauer die Menschen abschotten von ihren Angehörigen, weil auch die natürlich einen erheblichen Beitrag zur Gesundheit leisten und eben wichtig sind zum Beispiel beim Essen", erklärt Verena Bentele. Für Demenzpatienten könne es beispielsweise zur akuten Gefährdung werden, wenn der Partner nicht wie gewohnt zum Essen erscheine.

Konjunkturpaket grundsätzlich gut, aber ...

Auch beim Konjunkturpaket der Bundesregierung könnte sich der VdK noch die ein oder andere Korrektur vorstellen. Zwar bewertet VdK Präsidentin Bentele die Maßnahmen im Podcast "B5 extra Coronavirus – Wege aus der wirtschaftlichen Krise" insgesamt als durchaus gut. Aber sie vermisst bei den Hilfszahlungen für in Not geratene Firmen eine Auflage, die behinderten Menschen weitergeholfen hätte.

"Da wäre das Konjunkturpaket wirklich eine große Chance gewesen von Anfang zu sagen, dass die Vergabe bevorzugt behandelt wird an Unternehmen, die sagen, wir machen das eben auch in barrierefrei und wir können damit jetzt wirklich auch den Menschen noch einmal mehr Möglichkeiten geben zur Teilhabe." Verena Bentele, VdK-Präsidentin

VdK fordert Teilhabe für alle

Im Blick hat der Sozialverband auch Menschen, die von Hartz IV leben. Schon vor der Krise hatte sich der VdK gemeinsam mit anderen Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Gewerkschaften für einen höheren Satz stark gemacht. Sie beobachten, dass die Schere zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft immer größer wird und fordern mehr Teilhabe – auch im digitalen Bereich. Viele Mitglieder hätten sie gefragt, wie sie die Corona-App nutzen sollen, wenn sie ein älteres oder gar kein Smartphone hätten, erzählt die Verbandschefin. Deswegen fordert sie eine Neuberechnung der Hartz IV-Regelsätze, "damit eben auch solche Aspekte mit einbezogen werden."

Pflege sollte kommunal organisiert werden

Viel Lob gab es für die Heldinnen und Helden der Arbeit in der Krise, wie die Pflegekräfte. Höhere Löhne in der Branche werden ihnen versprochen. Das aber werde die Kosten erhöhen. VdK-Präsidentin Bentele hat dabei im Blick, dass auch private Anbieter in der Branche tätig sind und die durchaus Gewinn machen.

"In anderen Ländern wird ja genau aus diesem Grund auch mehr kommunal organisiert, beispielsweise in skandinavischen Ländern", erklärt Verena Bentele. Auch für Deutschland könnte das eine sehr gute Lösung sein, findet sie. Mittelfristig brauche die Pflege mehr Steuerzuschüsse, "weil die Angehörigen oder die Pflegebedürftigen selbst können nicht mehr Kosten schultern."

VdK-Präsidentin: Vermögende sollen zahlen

Das Geld dafür sollte sich die öffentliche Hand ihrer Ansicht nach bei den Vermögenden holen, "zum Beispiel, indem es jetzt für alle, die über eine Million Einkommen und oder Vermögen haben, eine Vermögensabgabe gibt", erklärt Verena Bentele. "Das fände ich schon eine faire Sache, um die Krise zu finanzieren. Damit eben auch die Schultern, die breiter sind, ihren Teil zur Bewältigung der Krise beitragen."

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