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Corona-Podcast: Arbeitsagentur warnt vor Lehrstellen-Mangel | BR24

© picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Christiane Schönefeld, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit

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    Corona-Podcast: Arbeitsagentur warnt vor Lehrstellen-Mangel

    Schon jetzt an die Zeit nach Corona denken und genügend Azubis einstellen, dazu ruft Christiane Schönefeld aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit auf. Sie spricht darüber im Podcast "B5 Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise".

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    Christiane Schönefeld aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, die schon lange für die Behörde tätig ist, äußert sich in der aktuellen Folge des Podcasts "B5 Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" besorgt über die Ausbildungsplatzsituation in der Corona-Krise.

    Noch bieten viele Firmen Lehrstellen an – etwas weniger als 2019, aber auch die Zahl der Jugendlichen, die die Schule verlassen, wird kleiner. Den "demographischen Faktor" nennt das die Bundesagentur für Arbeit. Doch wer Personal in Kurzarbeit schickt oder Mitarbeitern kündigen muss, wird vielleicht auch die Ausbildung zurückfahren.

    "Wenn es wirklich so ist, dass wir den 'Jahrgang Corona' haben, weil ganz viele junge Menschen keinen Ausbildungsplatz finden, dann werden wir gemeinsam mit den Bundesländern Antworten finden müssen. Weil das sind Folgen gesellschaftlicher Art, aber auch am Arbeitsmarkt, die wir in den nächsten Jahren gar nicht gebrauchen können." Christiane Schönefeld, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit

    Schönefeld: Unternehmen sollten an Zeit nach Corona denken

    Wenn jetzt weniger junge Menschen ausgebildet werden, dann wird das den Fachkräftemangel in ein paar Jahren weiter verstärken. Das sollten die Unternehmen bedenken. "Unser Appell an die Unternehmen: Denkt an die Zeit danach, denn die jungen Fachkräfte, die man ja schon vorher nicht hatte, die braucht man eben in Zukunft genauso, wie man sie jetzt auch vor der Pandemie gebraucht hat." Denn das demographische Problem bleibe bestehen. Am Fachkräftemangel wird auch die Corona-Krise nichts ändern.

    Arbeitsagentur: Rücklagen schmelzen - aber alle Zahlungen gesichert

    Insgesamt rechnet die Bundesagentur für Arbeit noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen, zeitweise könnten mehr als drei Millionen Menschen ohne Job dastehen. Auch die Zahl der Kurzarbeiter nimmt noch leicht zu. Entsprechend schmilzt das finanzielle Polster der Behörde. Bis Ende des Jahres reicht das Geld noch, dann müsste der Bund mit einem Darlehen einspringen.

    Doch niemand müsse sich Sorgen machen: Alle Leistungen würden weiter gezahlt, sagt Christiane Schönefeld. Eine Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung könnte bald wieder diskutiert werden - doch noch sei nicht der richtige Zeitpunkt.

    "Ich glaube nicht, dass das die Antwort der Wahl ist, gerade in einer Zeit, wo Unternehmen auch wieder anfangen zu investieren und ihre Menschen zu beschäftigen. Ich glaube, diese Diskussion sollte man zu einem späteren Zeitpunkt führen, ob man Beitragssätze wieder erhöhen kann, aber mit Sicherheit nicht unmittelbar nach so einer Krisenzeit."

    Erfahrung aus der Corona-Krise: Telefon-Beratung ein Erfolg

    Im Moment bündelt die Bundesagentur für Arbeit viele ihrer Kräfte für die Bearbeitung von Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld. Die Beratung und Vermittlungsarbeit aber will sie darüber nicht vergessen, sondern aus den jetzigen Erfahrungen lernen. Es habe sich gezeigt: Vieles könne telefonisch erledigt werden und damit würden Kapazitäten frei für eine bessere und persönlichere Betreuung ihrer Kunden.

    Podcast "B5 Extra Coronavirus – Wege aus der wirtschaftlichen Krise"

    Das ganze Gespräch von Christine Bergmann mit Christiane Schönefeld von der Bundesagentur für Arbeit können Sie in unserem Podcast "B5 Extra Coronavirus – Wege aus der wirtschaftlichen Krise" hören. Die Folge ist hier abrufbar. Sie können das Gespräch auch im Radioprogramm von B5 aktuell hören - am Freitag um 7.47 Uhr und um 9.47 Uhr.