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Christiane Schönefeld, Bundesagentur für Arbeit im B5-Podcast "Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" (Hörfunk-Sendefassung)

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Arbeitsmarktexpertin Schönefeld: "Genügend Azubis einstellen!"

15. Mai 2020: Die Zahl der Kurzarbeiter steigt, auch die Sorge vor Jobverlust. Christiane Schönefeld aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit weiß um die Probleme; in unserem Podcast appelliert sie auch an die Firmen, die Zukunft zu gestalten.

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Von
  • Christine Bergmann

Es ist der 15. Mai 2020, die Corona-Pandemie hat Deutschland seit gut zwei Monaten voll im Griff. Und auch den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Christiane Schönefeld aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, die schon lange für die Behörde tätig ist, äußert sich in der aktuellen Folge des Podcasts "B5 Extra Coronavirus: Wege aus der wirtschaftlichen Krise" besorgt über die Ausbildungsplatzsituation in der Corona-Krise. (Die Podcast-Folge in der Langversion ist hier auch als Download abrufbar).

Noch bieten viele Firmen Lehrstellen an – etwas weniger als 2019, aber auch die Zahl der Jugendlichen, die die Schule verlassen, wird kleiner. Den "demographischen Faktor" nennt das die Bundesagentur für Arbeit. Doch wer Personal in Kurzarbeit schickt oder Mitarbeitern kündigen muss, wird vielleicht auch die Ausbildung zurückfahren.

"Wenn es wirklich so ist, dass wir den 'Jahrgang Corona' haben, weil ganz viele junge Menschen keinen Ausbildungsplatz finden, dann werden wir gemeinsam mit den Bundesländern Antworten finden müssen. Weil das sind Folgen gesellschaftlicher Art, aber auch am Arbeitsmarkt, die wir in den nächsten Jahren gar nicht gebrauchen können." Christiane Schönefeld, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit

Schönefeld: Unternehmen sollten an Zeit nach Corona denken

Wenn jetzt weniger junge Menschen ausgebildet werden, dann wird das den Fachkräftemangel in ein paar Jahren weiter verstärken. Das sollten die Unternehmen bedenken. "Unser Appell an die Unternehmen: Denkt an die Zeit danach, denn die jungen Fachkräfte, die man ja schon vorher nicht hatte, die braucht man eben in Zukunft genauso, wie man sie jetzt auch vor der Pandemie gebraucht hat." Denn das demographische Problem bleibe bestehen. Am Fachkräftemangel wird auch die Corona-Krise nichts ändern.

Arbeitsagentur: Rücklagen schmelzen - aber alle Zahlungen gesichert

Insgesamt rechnet die Bundesagentur für Arbeit noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen, zeitweise könnten mehr als drei Millionen Menschen ohne Job dastehen. Auch die Zahl der Kurzarbeiter nimmt noch leicht zu. Entsprechend schmilzt das finanzielle Polster der Behörde. Bis Ende des Jahres reicht das Geld noch, dann müsste der Bund mit einem Darlehen einspringen.

Doch niemand müsse sich Sorgen machen: Alle Leistungen würden weiter gezahlt, sagt Christiane Schönefeld. Eine Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung könnte bald wieder diskutiert werden - doch noch sei nicht der richtige Zeitpunkt.

Erfahrung aus der Corona-Krise: Telefon-Beratung ein Erfolg

Im Moment bündelt die Bundesagentur für Arbeit viele ihrer Kräfte für die Bearbeitung von Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld. Die Beratung und Vermittlungsarbeit aber will sie darüber nicht vergessen, sondern aus den jetzigen Erfahrungen lernen. Es habe sich gezeigt: Vieles könne telefonisch erledigt werden und damit würden Kapazitäten frei für eine bessere und persönlichere Betreuung ihrer Kunden.

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