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Corona: Motor für Innovationen made in Bavaria | BR24

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Not macht erfinderisch: Für Zukunftstechnologien wie KI oder 3D-Druck kann die Coronakrise zum Innovationsbeschleuniger werden

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Corona: Motor für Innovationen made in Bavaria

Shutdown, Kurzarbeit, Auftragsflaute – viele bayerische Unternehmen hat die Corona-Krise schwer getroffen. Doch sie zwingt auch zum Umdenken und fördert Neues, etwa bei Künstlicher Intelligenz und 3D-Druck. Zwei Beispiele aus Bayern.

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Bitte einmal Husten für die Smartphone-App: Ist es eine Corona-Infektion? Was nach einer Zukunftsvision klingt, kommt der Realität schon sehr nahe. Denn im oberbayerischen Gilching arbeitet das Start-up Audeering an einem solchen Frühwarnsystem für das Handy. Die App ist nur ein Beispiel für Innovationen, die in der Corona-Krise in Bayern entstehen.

Früherkennung von Covid-19 per App

Husten, Niesen oder Sprachproben werden dafür auf dem Handy aufgezeichnet und mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) analysiert. Die App gleicht die Geräusche mit hinterlegten Patientendaten aus Wuhan und von der Universität Augsburg ab. Covid-19-Husten klingt anders als normaler Husten, die Sprache verändert sich in Nuancen, das filtert künstliche Intelligenz über viele Parameter heraus und kann eine erste Tendenz melden. Noch allerdings ist die Datenbasis mit Soundproben zu gering, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Es braucht mehr Patienten, die ihre Daten für diese App spenden.

Integration in die offizielle Corona-Warn-App?

Audeering-Chefin Dagmar Schuller ist im Gespräch mit der Regierung, diese Funktion in die offizielle Corona-Warn-App Deutschlands zu integrieren. Die junge, aufstrebende Firma forscht und entwickelt Anwendungen im Bereich emotionaler Spracherkennung mittels künstlicher Intelligenz – ein Zukunftsfeld mit viel Potential für Gesundheit und Gesellschaft. Das Start-up erhielt dafür auch bereits den Bayerischen Innovationspreis.

Doch das Unternehmen ist auch auf frei zugängliche Daten angewiesen, als Basis für den Einsatz künstlicher Intelligenz. "Wir brauchen seitens der Politik Unterstützung, insbesondere was den transparenten Prozess anbelangt, aber eben auch eine Erleichterung bei der Erhebung der Daten", sagt Schuller. Sie fordert deshalb Standards für qualitativ hochwertige Daten. Eine solche Kennzeichnung würde auch den Nutzern helfen, um gute Systeme leichter von weniger guten unterscheiden zu können. Letztlich wäre man mit dieser Transparenz auch wettbewerbsfähiger gegenüber den USA und China, erklärt die Firmenchefin.

"Corona kann zu einem Umdenken führen"

Auch bei Audeering hat Corona Projekte verzögert oder gelegt. Es gibt Kurzarbeit in der Firma. Trotz aller negativen Folgen ist Dagmar Schuller jedoch optimistisch: "Covid-19 kann auch eine positive Motorwirkung für Innovationsprozesse haben". Corona könne zu einem Umdenken führen – "und hier kann Künstliche Intelligenz ein großer Katalysator sein".

3D-Druck als Helfer in der Corona-Krise

Neben künstlicher Intelligenz bahnt sich noch eine Revolution ihren Durchbruch: 3D-Druck. Corona holte die Technologie aus dem Nischendasein bei Lieferengpässen von wichtigen Bauteilen. So manch ein fehlendes Bauteil konnte auf die Schnelle im 3D-Druckverfahren hergestellt werden und so Engpässe puffern.

BMW eröffnet Campus für 3D-Druck

BMW hat gerade vor den Toren Münchens einen Technologie-Campus für additive Fertigung eröffnet - also für 3D-Druck. Produziert werden zum Beispiel Spezialteile: eine Halterung für das Verdeck des Roadster i8, das so im Gießverfahren gar nicht herstellbar wäre. Oder Türknauf und Fensterheber für den legendären Oldtimer BMW 507, um diesen wieder originalgetreu zu restaurieren.

Und Jens Ertel hat noch Großes vor. "Das Ziel des Campus ist es, die Verfahren weiter zu industrialisieren", erklärt der Leiter des BMW-Campus. Der Autobauer will Automatisierungslösungen schaffen und die Wirtschaftlichkeit optimieren. So sollen Teile mit dem 3D-Druckverfahren in Massenproduktion gehen – ein ehrgeiziges Vorhaben mit dem Ziel, flexibel vor Ort zu fertigen und sich unabhängiger zu machen von langen Zulieferketten.

© Reinhard Weber/BR

Wie die Coronakrise zur Chance für Innovationen wird

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