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Lockdown: Was tun mit dem gesparten Geld? | BR24

© adpic/M. Baumann

Im Lockdown kann kein Geld für Freizeit und Urlaub ausgegeben werden und die Deutschen sparen wieder mehr. Was man mit dem Geld tun kann.

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    Lockdown: Was tun mit dem gesparten Geld?

    Im Lockdown kann kein Geld für Freizeit und Urlaub ausgegeben werden und die Deutschen sparen wieder mehr. Stattdessen wäre jetzt ein guter Zeitpunkt um etwa Kredite zu tilgen oder in Anlagemodelle zu investieren. Was es zu beachten gilt.

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    Von
    • Leonie Thim

    Im vergangenen Jahr haben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt wieder mehr gespart. Bundesweit stieg die sogenannte "Sparquote" aller privaten Haushalte auf ein historisches Hoch von 16,3 Prozent, das waren 5,4 Prozentpunkte mehr als 2019 (10,9 Prozent). Eine mögliche Erklärung ist, dass im Lockdown weniger Geld ausgegeben werden kann. Was tun mit dem gesparten Geld?

    Geld auf Girokonto lassen

    Auch wenn der aktuelle Lockdown voraussichtlich bis in den Februar verlängert wird, werden Geschäfte, Kinos und Restaurants irgendwann wieder öffnen. Bis dahin kann man das Gesparte auf dem Girokonto liegen lassen, erklärt Finanzexperte und Chefredakteur des Geldratgebers "Finanztip" Hermann-Josef Tenhagen.

    Bis zu 100.000 Euro seien damit auch in der Krise geschützt. Allerdings vermehrt es sich dadurch nicht, sondern verliert durch die Inflationsrate eher an Wert.

    In Aktien oder ETFs investieren

    Eine langfristige Geldanlage ist nach wie vor das Investieren an der Börse. In Zeiten von Niedrigzinsen könnten Aktien eine dividendenstarke Alternative für die Geldanlage sein, schreibt die Verbraucherzentrale Bayern. Allerdings unterlägen Aktien kurzzeitig starken Schwankungen und bergen somit auch höhere Verlustrisiken.

    Deswegen empfehlen die Verbraucherschützer, nicht nur auf eine oder wenige Aktien zu setzen, sondern das Aktienportfolio breit zu streuen. Damit werde das Risiko verringert. Außerdem sollte man Aktien nur mit Geld kaufen, "das man die nächsten zehn oder 15 Jahre nicht braucht", erklärt Tenhagen. Er rät auch in Aktien-Indexfonds, sogenannte "ETFs", für die nächsten 15 Jahre zu investieren.

    Verbraucherzentrale: Edelmetalle riskante Anlageform

    Im vergangenen Jahr ist der Goldwert in Euro gerechnet um etwa 14 Prozent gestiegen. Auch Silber, Palladium und Platin gewannen 2020 an Wert. Herbert Behr, Gründer der Golden Gates Edelmetalle GmbH betont, dass Gold in Form von Barren und Münzen einen Sachwert besitzt. Das heißt, dass der gesamte Wert des Edelmetalls nicht verloren gehen kann, wie es bei Bargeld oder Zinsanlagen möglich ist. Außerdem sei Gold nicht beliebig zu vermehren, wie Geld oder Devisen, weil die Goldvorkommen limitiert sind. Diese Begrenzung und die gleichzeitige enorme Nachfrage sorgen dafür, dass der Goldwert steigt.

    Die Verbraucherzentrale Bayern allerdings schätzt Edelmetalle als riskante Form der Geldanlage ein, weil sie keine Zinsen oder Dividenden bietet, sondern "nur" Gewinn bringt, wenn der Kurs steigt. Um das Risiko zu minimieren raten die Verbraucherschützer dazu, nur einen kleinen Anteil am Gesamtvermögen in Edelmetalle zu investieren.

    Mit gespartem Geld Kredite tilgen

    Um in Zukunft Kosten zu sparen, kann das aktuell gesparte Geld dazu genutzt werden, laufende Kredite zu tilgen. In der Regel bieten Banken die Möglichkeit einer Sondertilgung von fünf bis zehn Prozent einmal im Jahr, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern.

    Das hängt vom jeweilig abgeschlossenen Kredit ab. Je schneller die Raten damit nach unten gehen, desto weniger Zinsen muss man künftig zahlen.

    Beim Spenden auf Gütesiegel achten

    In der Krise kann man gespartes Geld natürlich auch spenden. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt dabei, auf das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) zu achten, um nicht auf Gauner hereinzufallen. Jedes Jahr prüft das DZI Hilfsorganisationen und vergibt anschließend ein Gütesiegel.

    In der Krise halfen Spenden unter anderem bereits Zirkussen, die seit Monaten ohne Auftritte und damit Einnahmen waren, ihre Tiere aber weiter versorgen müssen. Nachdem die Sternsinger am 6. Januar im aktuellen Lockdown nicht von Tür zu Tür gehen konnten, um Spendengelder zu sammeln, wurde die Sternsinger-Aktion heuer bis Maria Lichtmess, also bis zum 2. Februar verlängert.

    Spenden steuerlich absetzen

    Zu spenden gebe nicht nur ein gutes Gefühl, erklärt der Verein Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi). Mit Spenden ließen sich darüber hinaus auch Steuern sparen. Bis zu einem Höchstbetrag von 20 Prozent der persönlichen Einkünfte seien Spenden und oft auch Mitgliedsbeiträge an steuerbegünstigte Organisationen als Sonderausgaben absetzbar, erläutert Gudrun Steinbach, Vorstand der Bayerischen Lohnsteuerhilfe.

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