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Corona-Kurzarbeit: Was Betroffene wissen müssen | BR24

© Daniel Karmann / Picture Alliance

Wegen der Corona-Krise beantragen immer mehr Unternehmen Kurzarbeit. Das müssen Sie jetzt wissen.

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    Corona-Kurzarbeit: Was Betroffene wissen müssen

    Die Corona-Krise hat viele Branchen schwer getroffen. In der Folge haben deutsche Betriebe mehrere Millionen Menschen in Kurzarbeit geschickt. Die Regeln für Kurzarbeitergeld werden von der Koalition angepasst. Was heißt das für Arbeitnehmer?

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    Die Grundlagen sind schnell geklärt: Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit. Vorausgesetzt die Betroffenen haben einen unvermeidbaren Arbeitsausfall, der auf wirtschaftlichen Ursachen beruht - oder auf einem sogenannten "unabwendbaren Ereignis". Corona zählt dazu. Das Kurzarbeitergeld hat das Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten.

    Was heißt Kurzarbeit für meinen Verdienst?

    Konkret bedeutet Kurzarbeit: Weniger oder sogar gar nicht mehr Arbeiten, wenn die Auftragslage einbricht - mit Folgen für das Einkommen.

    Ein Beispiel: Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.000 Euro netto und 50 Prozent Kurzarbeit bleiben nur noch 1.000 Euro. Von den fehlenden 1.000 Euro bekommt man anfangs 60 Prozent, also 600 Euro, von der Bundesagentur für Arbeit. Ein Vorteil für Eltern: Beschäftigte mit Kindern bekommen 67 Prozent. Für kinderlose Beschäftigte gilt aber im Rechenbeispiel: Bei 50 Prozent Kurzarbeit bleiben insgesamt 1.600 Euro. Wer gar nicht mehr arbeiten gehen kann und damit 100 Prozent Kurzarbeitergeld bezieht, bekommt die 60 Prozent auf den gesamten Lohn. Im Rechenbeispiel also 1.200 Euro.

    Dieser Prozentsatz kann ab dem vierten Monat auf 70 beziehungsweise bei Eltern auf 77 Prozent erhöht werden und steigt dann gegebenenfalls ab dem siebten Monat auf 80 beziehungsweise bei Eltern auf 87 Prozent. Das Geld kommt komplett von der Bundesagentur für Arbeit, also vom Staat. Kurzarbeitergeld bekommen auch Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter. Es kann auch von Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern beantragt werden.

    Koalition einigt sich auf Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

    Das erhöhte Kurzarbeitergeld wurde wegen Corona im April beschlossen und galt ursprünglich bis Ende des Jahres. Nun hat sich die Koalition auf einen möglichen Bezug bis Ende 2021 verständigt.

    Auch bei der Bezugsdauer gibt es eine neue Entscheidung: Bisher konnte Kurzarbeit grundsätzlich zwölf Monate - auch mit Unterbrechungen - eingesetzt werden, unter bestimmten Voraussetzungen auch für längere Zeiträume. Nun soll die Zahlung von Kurzarbeitergeld auf 24 Monate ausgeweitet werden. Die verlängerte Bezugsdauer soll für Betriebe gelten, die bis zum 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt haben. Längstens soll das Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2021 verlängert werden. Der Bundestag muss den Neuregelungen noch zustimmen.

    Nebenjob trotz Kurzarbeit?

    Die Bundesregierung hatte zuvor bereits eine wichtige Kurzarbeiterregelung gelockert: Beschäftigte dürfen mit einem Nebenjob bis zum Jahresende dazuverdienen. Und zwar so viel, bis die Höhe des Lohns erreicht ist, den man vor der Kurzarbeit bekommen hat. Ein Mini-Job bleibt anrechnungsfrei.

    Was muss das Unternehmen beachten?

    Zu allererst müssen Unternehmen ihre Beschäftigten um Zustimmung zur Kurzarbeit bitten. Stellvertretend geht das auch über den Betriebsrat. Bevor der Staat hilft, müssen die Beschäftigten alle Überstunden und Resturlaubstage abgebaut haben.

    Die Kurzarbeiter-Regel greift bereits, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind und einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.

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