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Corona kurbelt Nachfrage nach Sicherheitsprodukten von Uvex an | BR24

© Uvex GmbH

Das Fürther Familienunternehmen Uvex hat in der Corona-Pandemie Licht und Schatten kennengelernt. Sicherheitsprodukte boomen, Skihelme floppen.

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Corona kurbelt Nachfrage nach Sicherheitsprodukten von Uvex an

Die Fürther Uvex GmbH profitiert und leidet zugleich unter Corona. Einerseits ist die Nachfrage nach Skihelmen eingebrochen. Dafür ist Uvex bei Atemschutzmasken und anderen Sicherheitsprodukten gut im Geschäft.

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Von
  • Karin Goeckel

Protecting People – die Menschen schützen. Mit diesem Slogan wirbt das Fürther Familienunternehmen Uvex für sich. Genau das ist in der Corona-Pandemie gefragt. Die Sicherheitsartikel, die Uvex produziert, etwa Atemschutzmasken, Schutzbrillen, Einweghandschuhe oder Schutzanzüge, sogenannte Coveralls, waren gleich zu Beginn der Pandemie enorm begehrt, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Uvex Group, Michael Winter. "Wir sind angerufen worden von Ärzten, von Kliniken, von Krankenhäusern, die flehend gebeten haben, wir möchten doch versuchen, Masken von der Industrie in die Medizinbereiche zu geben", berichtete Winter während der Bilanz-PK des Fürther Unternehmens.

Uvex baut FFP2-Maskenproduktion in Frankreich auf

Der Umsatz im Sicherheitsbereich sei im Geschäftsjahr 2019/20 um vier Prozent auf 365 Millionen Euro gewachsen. Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet Uvex mit einem Umsatzplus und investiert deshalb noch einmal kräftig in den Bereich Arbeitsschutz. Zusammen mit dem Badmöbel-Hersteller Fackelmann aus Hersbruck werde derzeit eine Produktion von FFP2-Masken im französischen Elsass aufgebaut. Im Oktober oder November sollen die ersten Masken erhältlich sein. Interessenten gibt es viele. Unter anderem warten die Universitätsklinik Münster, aber auch viele staatliche Stellen auf die Masken made by Uvex.

Fürther Familienunternehmen setzt auf Produktion in Europa

Auch sonst setzt Uvex hauptsächlich auf die Produktion in Deutschland und Europa. Nur ein Viertel der Produkte würden in Fernost gefertigt. Diese Strategie verfolgt das Unternehmen schon seit einigen Jahren. Geschäftsführer Winter erklärt dies mit dem erforderlichen Schutz des eigenen Wissens und der eigenen Entwicklungen.

"Wir wollen in unseren Märkten und Bereichen zu den Innovationsführern zählen, und die Innovationen kann man am besten schützen, wenn man sie im eigenen Werk, in der eigenen Verantwortung hat." Michael Winter, geschäftsführender Gesellschafter der Uvex GmbH

Umsatzeinbruch bei Skihelmen und Skibrillen

Doch das Fürther Familienunternehmen hat auch die Schattenseiten der Corona-Pandemie kennengelernt. Gerade die beiden Produkte, die viele Menschen mit Uvex verbinden, nämlich Skihelme und Skibrillen, schwächeln derzeit enorm. Hier musste das Unternehmen hohe Umsatzeinbußen hinnehmen. Auch für die bevorstehende Skisaison rechnet Michael Winter mit schlechten Umsätzen. Die Lager der Händler seien noch von der letzten, abgebrochenen Skisaison gut gefüllt. Skihelme und Brillen müssten zunächst abverkauft werden, bevor die Sportgeschäfte neue Ware orderten. Geschäftsführer Winter rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Umsatzminus.

Radsport macht Verluste im Skibereich wett

Profitiert hat Uvex hingegen vom coronabedingten Radsport-Boom. Geschäftsführer Michael Winter spricht von einem "fulminanten Wachstum". Die Gewinne im Radsport könnten die Verluste im Skibereich mehr als wettmachen. Auch Reitsport-Produkte seien weiterhin gefragt. Da aber die meisten großen Turniere wegen Corona ausgefallen seien, habe man hier keine großen Gewinne verbuchen können.

Uvex stockt Zahl der Mitarbeiter weltweit leicht auf

Uvex beschäftigt derzeit 2.900 Menschen weltweit, davon 1.970 in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 100 Beschäftigten. Am Standort Fürth arbeiten aktuell 963 Menschen. Auch ihre Zahl ist leicht gewachsen. Auch im eigenen Betrieb spielt Sicherheit eine große Rolle. An allen Standorten gilt zum Beispiel Maskenpflicht, in den Kantinen wird im Schichtbetrieb gegessen.

Insgesamt betrug der Uvex-Umsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 480 Millionen Euro, ein Plus von einem Prozent. Angaben zum Gewinn machte das familiengeführte Unternehmen nicht.

© BR

In einer virtuellen Pressekonferenz hat Uvex die aktuellen Zahlen präsentiert. Welche Auswirkungen hatte Corona auf die einzelnen Geschäftsbereiche? War das von der Corona-Krise geprägte Geschäftsjahr 2019/2020 erfolgreich?

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