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Coronakrise: Deutsche Wirtschaft zwischen Angst und Kurzarbeit | BR24

© picture alliance / SvenSimon

Leere Gaenge und Rolltreppen- geschlossene Läden. Geschlossenes Einkaufszentrum Riem Arcaden München wegen der Corona-Pandemie.

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    Coronakrise: Deutsche Wirtschaft zwischen Angst und Kurzarbeit

    Der Shutdown mit Kontaktsperre im öffentlichen Leben hat die Wirtschaft in einen Tiefschlaf versetzt. Eine solche Situation hat es noch nicht gegeben. Experten fehlen vergleichbare Daten und Erfahrungswerte. Was bleibt, ist ein Rätsel für Ökonomen.

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    Mode, Textil, Bekleidung, Tourismus, Luftfahrt und viele andere Branchen sind fast schon auf dem Nullpunkt angekommen - nach nur zwei Wochen. Die sonst exportstarke deutsche Industrie hat derzeit kaum noch Kunden und wird teilweise nicht mehr richtig beliefert.

    Selbst die Baubranche geht auf Sparflamme

    Außerdem erfüllen die wenigsten Arbeitsplätze in der Fabrik die hohen gesundheitlichen Anforderungen beim Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus. Folglich sind viele Werke wie in der Automobilindustrie und im Maschinenbau geschlossen. Die vorher boomende Bauwirtschaft läuft auf Sparflamme weiter, weil viele ausländische Arbeiter vor den Grenzschließungen in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind.

    Angst vor den nächsten Ausgaben würgt den Konsum ab

    Mancher Handwerksbetrieb macht tapfer weiter. Aber wie lange noch? Die Verbraucher wiederum können bis auf das Nötigste im Supermarkt kaum private Ausgaben tätigen, von ein paar Einkäufen im Internet oder im Baumarkt abgesehen - und dem ein oder anderen Straßenverkauf. Aber wer verspürt schon Kauflaune angesichts der großen Unsicherheit, die für Unternehmen und Arbeitsplätze besteht?

    Zwei Millionen Kurzarbeiter, Millionen betroffene Selbständige und unzählige Minijobber in Existenzängsten

    Mindestens zwei Millionen Kurzarbeiter werden in Deutschland erwartet. Hinzu kommen unzählige Minijobs wie auf 450-Euro-Basis, für die kein Kurzarbeitergeld beantragt werden kann. Das gilt auch für Millionen Selbständige und Freiberufler, deren Zukunft jetzt ungewiss ist. Mit den Insolvenzen wird auch die Arbeitslosigkeit steigen. Auf den Sozialstaat werden hohe Ausgaben zukommen, während die Beitragseinnahmen sinken. Unterm Strich entstehen damit Defizite in den Staatshaushalten.

    Welches Loch reißt die Corona-Krise in die Staatskasse?

    Noch größere Löcher in der Staatskasse werden durch fehlende Steuereinnahmen entstehen. Das größte Fragezeichen ist der Zeitfaktor. Dauert der Shutdown nur ein paar Wochen, wäre er wie ein längerer Zwangsurlaub, den viele einigermaßen überstehen. Dauert die Pandemie dagegen mehrere Monate, werden immer mehr Unternehmen aufgeben und in die Insolvenz gehen.

    Hohe Zahl an Insolvenzen erwartet

    Aus unternehmerischer Sicht ist manche Geschäftsaufgabe sogar geboten, um den Schaden zu begrenzen - auch für Lieferanten und Kunden. Das Insolvenzrecht wurde zwar gelockert, so dass derzeit kein gesetzlicher Zwang zur Geschäftsaufgabe besteht. Aber die laufenden Kosten bei ausbleibenden Erträgen können ebenfalls das Aus erzwingen.

    Auf Banken braucht kein Betroffener zu bauen

    Auf die Banken darf man nicht ohne weiteres zählen, auch in dieser Krise nicht. Sie befürchten viele Kreditausfälle, wenn es zur Pleitewelle kommt. Sie wollen daher keine neuen Risiken eingehen. Selbst eine Staatsgarantie von 90 Prozent wie für die KfW-Kredite scheint für viele Banken kein Anreiz zu sein, den Firmen in Not eine Überbrückung der Pandemie zu finanzieren.

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