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Corona-Krise trifft Ryanair offenbar noch schwerer als erwartet | BR24

© dpa-Bildfunk/Andreas Arnold

Passagiere gehen zu einer Ryanairmaschine auf dem Flughafen Hahn.

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    Corona-Krise trifft Ryanair offenbar noch schwerer als erwartet

    In ganz Europa ist der Flugverkehr fast vollständig zum erliegen gekommen. Das trifft die Fluggesellschaften hart. Ryanair geht jetzt beispielsweise davon aus, dass nur noch halb so viele Menschen mit dem Unternehmen verreisen werden.

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    Die irische Fluggesellschaft Ryanair rechnet mit einer Halbierung der Passagierzahlen. Im laufenden Geschäftsjahr werden wohl nur noch 80 Millionen Menschen mit der Airline fliegen, wie das Unternehmen heute bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz mitteilte. Angepeilt waren ursprünglich 154 Millionen Fluggäste.

    Rote Zahlen nach Milliardengewinn für Ryanair

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Ryanair noch einen Nettogewinn von einer Milliarde Euro verbuchen. Trotz der einsetzenden Corona-Pandemie zu Beginn dieses Jahres konnte die Airline bei den Passagierzahlen insgesamt noch ein Plus von vier Prozent verzeichnen – auf gut 148 Millionen Kunden.

    Für die kommenden Monate aber rechnet Ryanair mit roten Zahlen. So nimmt der irische Billigflieger allein für das Quartal von April bis Juni inzwischen einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro an. Deutlich mehr als bisher erwartet. Auch für das Sommerquartal, den Höhepunkt der Reisesaison, erwartet Ryanair-Chef Michael O'Leary, dass unter dem Strich rote Zahlen stehen werden. Sie sollen aber nicht ganz so schlimm ausfallen wie im ersten Quartal. Der Flugverkehr werde substanziell zurückgehen, was auch die Ticketpreise unter Druck bringe, so O'Leary.

    Ryanair lehnt Staatshilfe ab - auch für anderen Fluggesellschaften

    Vom Staat will sich Ryanair aber trotzdem nicht helfen lassen. Stattdessen listet der Billigflieger auf seiner Website auf, inwiefern sich die Konkurrenz unterstützen lässt.

    Unter der Überschrift "Unlawful State Aid" - also unrechtmäßige Staatshilfe - werden als Empfänger Lufthansa, Air France/KLM, Alitalia, die TUI Group und andere aufgeführt. Ryanair-Chef Michael O’Leary will gerichtlich gegen diese Staatshilfen vorgehen.

    Neustart mit weniger Mitarbeitern und niedrigerem Lohn

    Ryanair selbst hat angekündigt, 3000 Stellen zu streichen und Löhne und Gehälter zu kürzen. Zudem droht der österreichischen Ryanair-Tochter Lauda Air am Hauptsitz in Wien das Aus.

    Das Unternehmen hatte kürzlich bereits mitgeteilt, ab Juli 40 Prozent der regulären Flüge wieder anbieten zu wollen. Voraussetzung für den Neustart sei aber, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der Europäischen Union lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen gegen die Pandemie eingeführt würden. Täglich würde Ryanair nach eigenen Angaben dann fast 1000 Flüge anbieten.

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