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Corona-Krise: Lufthansa streicht fast alle Flüge | BR24

© Die Corona-Krise wird die Luftfahrt nachhaltig und strukturell verändern.

Die Corona-Krise wird die Luftfahrt nachhaltig und strukturell verändern.

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Corona-Krise: Lufthansa streicht fast alle Flüge

700 der 763 Lufthansa-Maschinen bleiben vorerst am Boden. Der Dax-Konzern hat seine Jahresbilanz gezogen. Die Corona-Krise könnte die Luftfahrt nachhaltig verändern. So stellt sich Lufthansa auf die Krisensituation ein.

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Die Lufthansa befindet sich im Ausnahmezustand: 95 Prozent der Flüge entfallen vorerst bis zum 19. April. Die wenigen verbliebenen Maschinen sollen vor allem Deutsche aus dem Ausland zurückholen. So wie beispielsweise acht Jumbo-Langstreckenflugzeuge, die Kreuzfahrt-Touristen aus Barbados zurückfliegen. Aus der Jahresbilanzpressekonferenz wird eine Corona-Krisenkonferenz: Normalerweise treffen sich die Vorstände persönlich. Doch heute traten Carsten Spohr aus Frankfurt und Ulrik Svensson aus Stockholm nur per Videoschalte gemeinsam auf.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Corona-Krise verdrängt das erfolgreiche Jahr 2019

Lufthansa schaut auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück: Der bereinigte Gewinn lag da noch bei gut zwei Milliarden Euro. Das ist das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Lufthansa. Doch durch die Corona-Krise tritt diese Nachricht in den Hintergrund.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bisher noch gar nicht überschaubar. Doch eines weiß der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr schon jetzt: "Sie werden uns auch noch begleiten, wenn der Corona-Virus längst auf dem Rückzug ist. Diese Krise trifft uns schwer. In den nächsten Monaten wird es für uns keine normale Geschäftsentwicklung geben können.“

Lufthansa sieht sich auf Krisensituation vorbereitet

"Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet, um auch einer außergewöhnlichen Krisensituation wie der jetzigen zu begegnen", erklärte der Dax-Konzern. Die Finanzverschuldung der Airline beläuft sich auf 4,3 Milliarden Euro. In gleicher Höhe verfügt die Lufthansa aktuell über liquide Mittel. Zusätzlich gebe es eine Kreditlinie über 800 Millionen Euro. Doch bei einer länger anhaltenden Krise könnte der Konzern durch die Ausfälle ins Straucheln kommen.

Lufthansa: "Brauchen Staatshilfe bei längerer Krise"

Bereits im Januar hat die Lufthansa alle Flugverbindungen auf das chinesische Festland eingestellt. Das war erst der Anfang massiver Einschnitte in den Flugverkehr. Seitdem verschärft sich die Lage jeden Tag.

"Wir haben unsere Flugpläne stärker und deutlich konsequenter als unsere Mitbewerber zusammengestrichen. Das wurde zuerst noch von Mitbewerbern belächelt. Ich kann Ihnen sagen: Mittlerweile lächelt in unserer Branche niemand mehr." Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstandsvorsitzende

Der europäische Mitbewerber Alitalia steht kurz vor der Verstaatlichung durch die italienische Regierung. Die USA unterstützt US-amerikanische Airlines mit 50 Milliarden Dollar. Auch die Lufthansa hat heute ihren Hilferuf an den Staat bekräftigt. Man konzentriere sich nun darauf, liquide zu bleiben. Es droht Kurzarbeit, doch Lufthansa versichert, möglichst viele der 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bord zu behalten.