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Corona kostet nicht nur Kraft, sondern auch viel Geld. Zu den hohen volkswirtschaftlichen Kosten kommen die Ausgaben jedes einzelnen, für Masken und Büromaterial zuhause. Einiges kann davon man steuerlich geltend machen.

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Corona-Kosten: Kann ich Masken und Co. bei der Steuer absetzen?

Corona kostet nicht nur Kraft, sondern auch viel Geld. Zu den hohen volkswirtschaftlichen Kosten kommen die Ausgaben jedes Einzelnen, für Masken und Büromaterial zuhause. Einiges davon kann man steuerlich geltend machen.

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Von
  • Anja Keber

Erst die Community-Varianten, dann die OP-Masken und FFP2-Masken – sicherlich sinnvoll, um sich und andere zu schützen. Aber: das geht auch ins Geld.

Kaum Chancen, FFP2-Masken steuerlich zu berücksichtigen

Wer FFP2-Masken für den Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen braucht, merkt schnell: da kommt einiges zusammen. Und es stellt sich die Frage, kann man da vielleicht etwas bei der Steuer angeben? Udo Reuß, Steuerredakteur bei "Finanztip", winkt ab. Im Normalfall würden diese Masken sowohl privat als auch beruflich genutzt und damit sei ein Werbungskostenabzug nicht möglich. Allerdings gebe es eine Möglichkeit und zwar bei den außergewöhnlichen Belastungen, also bei den Krankheitskosten sowie Rezeptgebühren oder Fahrtkosten zum Arzt. Dort könnte man sie eventuell ansetzen, aber auch hier gibt es einen Haken: Bei dieser Kategorie müsse man erst mal die gesamte persönliche zumutbare Belastung mit den gesamten Ausgaben, Krankheitskosten usw. überschreiten, erklärt Reuß. Das könne schon ein Betrag sein, der im vierstelligen Bereich liege.

Auch auf dem Weg zur Arbeit kaum eine Chance

Doch wie sieht es aus beim Weg in die Arbeit – kann man da vielleicht etwas machen? Tobias Gerauer, Leiter der Rechtsabteilung Lohnsteuerhilfeverein Bayern, macht auch hier wenig Hoffnung. Bei der Entfernungspauschale sind seinen Worten nach alle Aufwendungen abgegolten, die entstehen für die Fahrt zur Wohnung und zur ersten Tätigkeitsstätte - dazu gehört auch die Maske.

Klare Regel fehlt

Laut Gerauer gilt aber auch: es gibt bisher keine Aussage der Finanzverwaltung, die jetzt eindeutig sagt, Masken sind als Aufwendungen abziehbar oder nicht. Deswegen könne man es sich nur von der üblichen Steuerlogik her einigermaßen erschließen.

Wie sieht es aus mit dem Computer für die Schule?

Eltern kennen das sicher: auf einmal gibt es fast nur noch Homeschooling und viele kommen zu der Erkenntnis: für den Distanzunterricht fehlt ein Computer, häufig noch eine Webcam und ein Mikrofon. Wenn diese Mittel für Schulkinder angeschafft wurden, dann ist da leider überhaupt nichts steuerlich möglich, wie der Experte Reuß meint. Der Bedarf für die Kinder werde mit dem Kindergeld abgedeckt, alternativ noch mit dem Kinderfreibetrag, aber auch andere technische Mittel, Nachhilfe oder sonstige Sachen seien nicht absetzbar.

Bei Arbeitnehmern geht steuerlich mehr

Homeschooling nein – Homeoffice ja: Arbeitnehmer können in Corona-Zeiten einiges angeben. Glück haben diejenigen, die zuhause in einem abgeschlossenen Raum arbeiten dürfen. Wenn man einen separaten Raum habe, der büromäßig ausgestattet sei, und den man zumindest auch 90 Prozent beruflich nutze, dann könne man ein Arbeitszimmer geltend machen, so Reuß. Und wenn die Tätigkeit dort überwiegend stattgefunden habe, dann gelte auch nicht mehr die Kostenobergrenze von 1.250 Euro pro Jahr, sondern ein unbegrenzter Abzug. Und das funktioniert nach einer einfachen Formel. Wenn die Wohnung 100 Quadratmeter groß ist und 10 Quadratmeter auf das Arbeitszimmer entfallen, dann können 10 Prozent der Miete und von den Nebenkosten steuerlich geltend gemacht werden.

Homeoffice Pauschale nutzen

Steuerzahler, die lediglich in einer Arbeitsecke tätig sind, also im Wohn- oder Schlafzimmer einen Schreibtisch hingequetscht haben oder am Küchentisch arbeiten, können die so genannte Homeoffice-Pauschale geltend machen. Diese gilt zunächst für die Jahre 2020 und 2021. Genehmigt werden fünf Euro am Tag und das für 120 Tage - insgesamt 600 Euro. Absetzbar ist das Reuß zufolge allerdings nur, wenn man insgesamt von den Werbungskosten über 1.000 Euro kommt, das wird von diesem Arbeitnehmerpauschalbetrag, der 1.000 Euro beträgt, mit angerechnet.

Änderungen bei den Werbungskosten

Zu den Werbungskosten zählen unter anderem Weiterbildungskosten, die man selbst getragen hat, Fahrtkosten und Reisekosten, sowie Telefon- und Internetkosten bis zu 20 Euro im Monat. Daneben können auch Arbeitsmittel abgesetzt werden: Computer, Smartphone oder Schreibtisch. Hier gilt seit Kurzem eine neue Abschreibungsregel: Ausgaben für Computer und Software dürfen künftig in der Steuererklärung sofort komplett als Werbungskosten abgesetzt werden. Bisher ging das bei Computern nur, wenn sie maximal 800 Euro netto gekostet haben.

Fazit: Durch die Corona-Pandemie kommt es sicherlich bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern zu finanziellen Mehrbelastungen – steuerlich geltend machen kann man derzeit jedoch nur die Kosten für das Homeoffice.

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