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Corona-Konjunkturpaket: Prämie beim E-Auto-Kauf steigt | BR24

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Die Förderung beim Kauf eines E-Autos wird erhöht.

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    Corona-Konjunkturpaket: Prämie beim E-Auto-Kauf steigt

    Der Kauf von E-Autos wird vom Staat stärker gefördert, für den Käufer sind so bis zu 9.000 Euro Ersparnis drin. Für Benziner und Diesel gibt es hingegen keine Kaufprämie, aber auch hier dürften die Preise nun fallen.

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    • BR24 Redaktion

    Im Zuge des 130 Milliarden umfassenden Corona-Konjunkturpakets hat sich die Große Koalition auch auf eine Erhöhung der Prämie für den Kauf eines Elektro-Autos geeinigt. Die Förderung des Bundes soll demnach befristet bis Ende 2021 für E-Autos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro steigen, heißt es als Beispiel im Papier zum Konjunkturpaket.

    Weiter heißt es: "Die Prämie des Herstellers bleibt davon unberührt." Zur staatlichen "Umweltprämie" kam schon in der Vergangenheit eine Förderung der Auto-Hersteller in Höhe von maximal 3.000 Euro hinzu. Damit wäre nun für Käufer eines E-Autos mit einem Preis von bis zu 40.000 nun eine maximale Ersparnis von 9.000 Euro drin.

    Keine Kaufprämie für Benzin- und Diesel-Autos

    Eine Kaufprämie für Benzin- und Dieselautos kommt hingegen nicht. Dagegen hatte sich vor allem die SPD gewehrt, die CSU hatte diese zuvor gefordert. Dennoch profitieren auch Käufer von einem Verbrenner von einer Maßnahme im Konjunkturpaket: Die Mehrwertsteuer-Senkung von 19 auf 16 Prozent ab Juli für ein halbes Jahr. Die Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos solle mit der niedrigeren Mehrwertsteuer angekurbelt werden, machte CSU-Chef Markus Söder deutlich.

    Aus dem Verband der Automobilindustrie (VDA) hieß es dazu, die Hersteller wollten den Preisvorteil voll an ihre Kunden weitergeben. Man bedauere aber, dass der Bund "die Vorschläge für einen breit angelegten und unmittelbar wirksamen Konjunkturimpuls nur zum Teil aufgenommen" habe. Die Branche hatte zusätzliche Kaufanreize auch für Wagen mit modernen, abgasarmen Verbrennungsmotoren verlangt.

    Umweltschützer begrüßten die Entscheidung gegen eine gezielte Förderung des Kaufs von Benzinern- und Dieselfahrzeugen hingegen. "Die Entscheidung gegen Autokaufprämien für klimaschädliche Verbrenner und die Förderung von E-Autos ist der richtige Weg hin zur dringend nötigen Mobilitätswende in Deutschland", meinte etwa Naturschutzbund-Geschäftsführer Leif Miller.

    Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht Licht und Schatten

    Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht in der Maßnahme Licht und Schatten. "Bei der Elektromobilität sind die 6.000 Euro für die rein batteriegetriebenen Autos ein sehr kräftiger Impuls", schrieb der Experte vom Duisburger Auto-Forschungsinstitut CAR. "Mal sehen, inwieweit die Autobauer ihre heutigen Zuschüsse zu den Elektroauto-Prämien zurückfahren. Das würde ich nicht ausschließen." Mit dem staatlichen Rabatt fördere man zudem nur einen kleinen Teil des Automarktes. "Es fehlt der große Schub für die restlichen 90 Prozent, und genau die 90 Prozent bewegen unsere Wirtschaft und unser Sozialprodukt."

    Die geplante Mehrwertsteuer-Senkung sei hingegen eine gute Sache, die den deutschen Autobauern genauso nütze wie den Importeuren, schrieb Dudenhöffer weiter. "Freilich sind die Ersparnisse überschaubar, es hätte schon kräftiger ausfallen können, um deutliche Kaufimpulse auszulösen." Bei einem Kaufbetrag von brutto 30.000 Euro heute betrage die Ersparnis rund 756 Euro.

    Weitere Maßnahmen für umweltfreundliche Mobilität geplant

    Die Koalition plant außerdem, zusätzlich 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes für E-Autos zu stecken sowie für die Förderung von Forschung und Entwicklung. Für Zukunftsinvestitionen der Hersteller und der Zulieferindustrie soll für die Jahre 2020 und 2021 zudem ein "Bonus-Programm" in Höhe von zwei Milliarden Euro aufgelegt werden.

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht in diesen und weiteren Maßnahmen einen Beitrag für eine umweltfreundlichere Mobilität in Deutschland. "Wir stützen, schützen und stärken die Mobilität, machen sie sauberer und nachhaltiger: mit Milliardenzuschüssen für den öffentlichen Nahverkehr und die Bahn, einer Verdoppelung der Kaufprämie für klimaschonende E-Autos und Investitionen in die Umstellung auf alternative Antriebe und Zukunftstechnologien, wie den Wasserstoff."

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