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Corona kann Berufskrankheit oder Arbeitsunfall sein | BR24

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    Corona kann Berufskrankheit oder Arbeitsunfall sein

    Wer an Covid-19 erkrankt, der kann sich unter Umständen an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallversicherung wenden. Denn womöglich liegt bei einer Infektion mit Corona eine Berufskrankheit oder gar ein Arbeitsunfall vor.

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    Von
    • Birgit Harprath

    Wer eine Erkältung hat, meldet sich krank und hütet möglichst das Bett. Die Behandlungskosten übernimmt im Normalfall die gesetzliche Krankenversicherung. Wer aber an Covid-19 erkrankt, der kann sich auch an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallversicherung wenden. Denn unter Umständen liegt eine Berufskrankheit vor.

    Corona als Berufskrankheit anerkannt

    Viele Corona-Erkrankte erholen sich nur langsam von den Folgen einer Infektion. Sie sind auch in ihrem Job nur eingeschränkt einsetzbar. Corona ist inzwischen als Berufskrankheit anerkannt. Die Leistungen sind deutlich besser als bei der gesetzlichen Krankenkasse. So übernimmt die Unfallversicherung auch die Behandlung in Spezialkliniken oder zahlt ein Übergangsgeld während der Rehabilitation. Aber auf der Liste der Unfallversicherer tauchen bisher nur Arbeitsplätze im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder in Laboratorien auf.

    Kassenkraft oder Pfleger: Auf den Beruf kommt es an

    Bei Kassenkräften im Einzelhandel oder Fahrpersonal im Nahverkehr gehen die Berufsgenossenschaften bisher nicht davon aus, dass sie einem vergleichbar erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Aber auch wer zur anerkannten Gruppe gehört, wird genau überprüft. Er oder sie muss zum Beispiel nachweisen, dass die Ansteckung am Arbeitsplatz erfolgt ist und dass die Folgen nicht auf eine Erkrankung zurückzuführen sind, die weit vor der Pandemie lag.

    Infektion auf dem Weg zur Arbeit? Arbeitsunfall!

    Es könnte aber auch ein Arbeitsunfall vorliegen. Der Betroffene hat sich zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit bei der Autofahrt mit Kollegen infiziert oder beim Schulbesuch. Auch da gilt: der Kontakt mit einer infizierten Person muss schon zeitlich länger und räumlich enger gewesen sein. Das alles nachzuweisen ist im Einzelfall nicht immer leicht. Auskünfte erteilen die Berufsgenossenschaften oder der zuständige Unfallversicherer.

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