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Corona-Infektion: Keine große Gefahr durch Bargeld | BR24

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Die Bundesbank hat heute beruhigt: Auch wenn einige Geldinstitute ihre Filialen schließen, weil Mitarbeiter krank sind und geschützt werden müssen: das Geld geht nicht aus. Aber es gibt vielleicht hygienischere Zahlungsmittel.

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Corona-Infektion: Keine große Gefahr durch Bargeld

Sind Coronaviren auch über Euro-Scheine und -Münzen übertragbar? Bundesbank und EZB haben heute beruhigt: Von Bargeld gehe keine Infektionsgefahr aus.

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Der Virologe René Gottschalk ist ein Fan – von Bargeld. "Und das werde ich auch nicht ändern", sagt der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt am Main. Die Deutsche Bundesbank hat zur Pressekonferenz geladen und sich dafür die Unterstützung des Corona-Experten gesichert.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Virologe: Geldscheine eignen sich nicht für die Übertragung

"Geldscheine", so erklärt es Gottschalk etwas umständlich, "sind besonders geeignet, Krankheitserreger nicht zur Übertragung kommen zu lassen". Das geschehe vor allem über winzige Tröpfchen durch Husten oder Niesen und nicht über Geldscheine. Münzen seien erst recht nicht dafür geeignet, "weil Viren metallische Oberflächen nicht mögen".

Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.

Auch die EZB beruhigt

Ähnlich äußert sich die Europäische Zentralbank. Auf BR-Anfrage teilt ein Sprecher mit: "Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit einem Virus über eine Banknote ist im Vergleich zu anderen Oberflächen sehr gering. Im Euroraum leisten die Menschen durchschnittlich 1,2 Barzahlungen pro Tag, so dass es wahrscheinlicher ist, dass sie sich von anderen Gegenständen anstecken, die sie häufiger berühren."

Unabhängig von der aktuellen Corona-Krise forscht die Europäische Zentralbank nach eigenen Angaben "regelmäßig über die möglichen Auswirkungen der Herstellung und des Umlaufs von Euro-Banknoten auf die öffentliche Gesundheit, auch in Bezug auf Viren". Und so werde es auch weitere Untersuchungen zum Coronavirus geben, so die Europäische Zentralbank weiter.

Bundesbank: Genug Bargeld in den Tresoren

Weil die Corona-Krise momentan für große Verunsicherung sorgt, setzt auch die Bundesbank in Punkto Bargeldversorgung darauf, die Menschen zu beruhigen: "Bargeld ist ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens", so Johannes Beermann, als Bundesbank-Vorstand für die Bargeld-Beschaffung zuständig. Und von diesem Gebrauchsgegenstand ist reichlich vorhanden. Das ist auch deswegen von großer Relevanz, weil nach wie vor drei von vier Bezahlvorgänge mit Bargeld getätigt werden.

Euro-Scheine haben teilweise Schutzlack

"Unsere Tresore sind voll, wir haben gerade frisches Geld gedruckt", so Beermann weiter. Und deswegen werde in Deutschland das Bargeld auch nicht ausgehen: "Wir haben mehr Scheine gedruckt als gebraucht werden". Zudem würden ältere und verschmutzte Scheine immer durch neue Banknoten ausgetauscht. Die besonders häufig verwendeten Fünf- und Zehn-Euro-Scheine sind zudem mit einem zusätzlichen Schutzlack gegen Verschmutzung versehen, so die Bundesbank.