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Ab heute dürfen auch Betriebsärzte impfen - so zum Beispiel beim Münchner Autobauer BMW.

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Corona-Impfstoff: Viele Betriebsärzte warten auf Lieferungen

Seit heute dürfen auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in Deutschland gegen Corona impfen. In vielen Betrieben zeigt sich aber: Zwischen dürfen und können besteht ein großer Unterschied.

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Von
  • Lukas Graw

Eigentlich hatte sich Betriebsarzt Dr. Boullay das ganz anders vorgestellt: Eine Impfstraße unter den wachsamen Augen von Rudolf Diesel und zwischen historischen Maschinen. Hier im betriebseigenen Museum zwischen Ölgemälden, Druckmaschinen und UBoot-Motoren wollten er und seine Kolleginnen im Akkord impfen, wie in einem echten Impfzentrum, "wo die Mitarbeiter am Eingang ihre Dokumente abgeben, und am Ende des MAN-Museums dann die 15 Minuten Wartezeit absitzen. Das war unser ursprünglicher Plan gewesen, den haben wir jetzt fallengelassen."

Hersteller können die Nachfrage nicht bedienen

Die schlechten Nachrichten kamen schon vor einigen Tagen: Statt der 1.200 bestellten Impfdosen kommen für diese Woche nur 400. Und die auch nicht gleich Montagfrüh, sondern erst im Laufe des Tages. Vielleicht sogar erst morgen. Also keine große Impfstraße ab heute.

Sondern: Impftermin im Betriebsarztzimmer, hoffentlich ab Dienstag. Für so wenig Impfungen lohnt sich der Umbau des Museums nicht. Stattdessen stellt die Feuerwehr ein Zelt für den Hof zur Verfügung. Darin sollen sich die frisch Geimpften für 15 Minuten Beobachtungszeit aufhalten. Auch bei Audi in Ingolstadt starten die Impfungen frühestens morgen, 200 Impfungen seien der Plan für den ersten Tag. Auch hier hatten die Betriebsärzte auf mehr Impfstoff gehofft. Aber trotzdem: Lieber wenig impfen als gar nicht.

Betriebsärzteverband rät zu Priorisierung nach Ansteckungsrisiko

So sieht das auch Wolfgang Panter. Er ist Präsident des Verbands deutscher Betriebs- und Werksärzte. Die Möglichkeit, Mitarbeitende zu impfen sei eine wichtige Ergänzung zu Impfzentrum und Hausarztpraxis: "Wir haben einen direkten Zugang zu Belegschaften, daher macht es absolut Sinn. Aber Sie müssen im Betrieb überlegen: Wo beginne ich. Das ist sicher eine Gemeinschaftsaufgabe gerade zwischen Unternehmungsleitung und Betriebsräten, Personalvertretung".

BMW hat Impfungen heute gestartet

In München konnten die Betriebsärzte von BMW heute die ersten Mitarbeiter mit der Corona-Impfung versorgen - und das unter Beobachtung von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Ministerpräsident Söder. Sie zeigten sich ebenfalls erfreut, dass die Betriebsärzte nun endlich auch Impfen dürfen. Zudem versprachen sie, sich um eine schnelle und bessere Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen zu bemühen.

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