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Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca benennt seinen Corona-Impfstoff um.

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    Impfstoff-Umbenennung: Warum Astrazeneca jetzt Vaxzevria heißt

    Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca benennt seinen Corona-Impfstoff um. In Zukunft heißt das Vakzin der Firma Vaxzevria. Viele vermuten dahinter einen PR-Coup. Doch das stimmt nicht.

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    Von
    • Leonie Thim

    Bund und Länder haben bei den Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich auf die Bremse gedrückt: Ab heute sollen in Deutschland nur noch Menschen über 60 Jahren uneingeschränkt das Präparat bekommen - außer Jüngere wollen es nach Klärung mit dem Arzt auf eigenes Risiko. Das beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstagabend, nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) dies empfohlen hatte.

    Inmitten der Diskussion um die möglichen Nebenwirkungen des Vakzins hat das Unternehmen offenbar seinen Coronavirus-Impfstoff in der EU umbenannt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ihn nicht mehr als "Covid-19-Vaccine Astrazeneca" mit der Abkürzung "AZD1222" gelistet, sondern als "Vaxzevria".

    Astrazeneca bestätigt Umbenennung

    Das Unternehmen bestätigte der Deutschen Presseagentur die Umbenennung des Impfstoffes. Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen sei üblich und seit vielen Monaten geplant worden, heißt es in der Stellungnahme der Firma. Laut Medienberichten wurde der Name zum 25. März geändert. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert.

    Verschwörungstheorien in sozialen Netzwerken zur Umbenennung

    In den sozialen Netzwerken wird diskutiert, was hinter der Umbenennung stecken könnte. Viele vermuteten einen PR-Coup, weil der Astrazeneca-Impfstoff aktuell schlechte Schlagzeilen macht.

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach widerspricht dieser Theorie im Interview mit dem ZDF. Bisher sei der Impfstoff gegen Corona offiziell als ChAdOx1-Impfstoff bezeichnet worden. Das habe mit der Wirkweise des Vektorimpfstoffs zusammengehangen, der aus einem Adenovirus (Erkältungsvirus) gewonnen worden sei. "Dieses Adenovirus, das hier eingesetzt wird, ist ein Schimpansenvirus und daher war das die ursprüngliche Bezeichnung", erklärt Lauterbach.

    Impfstoff-Namen oft unbekannt

    Impfstoffe haben häufig mehrere Bezeichnungen. In den Medien werden die bisher zugelassenen Vakzine der Firmen Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca häufig nicht mit ihren verschiedenen Namen genannt. In der Berichterstattung erscheint oft nur der Firmenname. Somit wird der COVID-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer bei der EMA unter dem Namen COMIRNATY, auch bekannt als BNT162b2, geführt. Der Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Moderna heißt offiziell "CO­VID-19 Vac­ci­ne Mo­der­na".

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