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Corona-Hilfe: So können Frührentner profitieren | BR24

© Jürgen Seitz, BR

Wegen Corona: Frührentner dürfen bis Jahresende 2020 sieben mal mehr hinzu verdienen als üblich

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Corona-Hilfe: So können Frührentner profitieren

Mit dem sogenannten Sozialschutzpaket hat der Gesetzgeber große Hinzu-Verdienstmöglichkeiten für Frührentner in der Corona-Krise geschaffen. Eine einmalige Gelegenheit auch für alle, die 2020 in Frührente gehen wollen.

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Frührentner dürfen wegen der Corona-Krise bis Jahresende sieben mal mehr hinzu verdienen als üblich. Wer etwa bereits mit 63 in Rente gegangen ist und noch jobbt, dem wurde bisher ab 6.300 Euro Jahresverdienst die Rente gekürzt. Mit dem sogenannten Sozialschutzpaket hat sich das in der Corona-Krise geändert: Stolze 44.590 Euro dürfen Rentnerinnen und Rentner anrechnungsfrei im Jahr 2020 hinzuverdienen, wenn sie eine vorgezogene Rente beziehen.

Diese Freigrenze hat der Gesetzgeber in der Corona-Krise bis Jahresende angehoben. Grundsätzlich gedacht vor allem für Ruheständler aus den Heil-und Pflegeberufen gilt die Regelung im Sozialschutzpaket jedoch für alle möglichen Berufe.

Frührentner, die solche Verdienstchancen haben, können so auch ihre spätere, reguläre Altersrente durch höhere Beiträge zur Rentenversicherung aufbessern. Das gilt auch für alle, die bereits eingereicht, aber noch keinen Rentenbescheid erhalten haben.

Rentenantrag stellen und erstmal weiterarbeiten?

Für Versicherte, die in nächster Zeit sowieso in Rente gegangen wären, könnte es sich lohnen, die Rente jetzt vorzuziehen und trotzdem weiterzuarbeiten.

Beispiel: Wer 63 Jahre alt ist, 3.700 Euro brutto im Monat verdient und aus finanziellen Gründen nicht an die Rente denkt, der kann seinen Rentenantrag stellen und trotzdem weiterarbeiten, wenn sein Arbeitgeber mitmacht. Er würde dann 2020 für einige Monate ungekürzte Rente und dazu noch ein volles Gehalt beziehen, weil er zusammen gerechnet unter der Freigrenze von 44.590 Euro Jahresverdienst bleibt.

Wer auf den Rentenantrag verzichtet, verliert je nach Rentenhöhe deshalb 10.000 bis 15.000 Euro, rechnet Claudia Mößner von der Büttner Rentenberatung aus München vor. Daher sei jetzt Eile geboten für alle, die in Rente wollen, aber meinen, sie könnten es sich nicht leisten.

Flexirente prüfen: "Rente und Arbeit passen zusammen"

In bestimmten Fällen lohnt sich auch die Beantragung einer sogenannten Flexirente. Selbst bei einem Jahreseinkommen von 96.000 Euro kommt es noch immer zu Teilrentenzahlungen mit Nachzahlungen von beispielsweise 5.000 bis 8.000 Euro für ein paar Monate, sagt Rentenberaterin Mößner.

"Rente und Arbeiten passt nicht zusammen, denken die meisten Versicherten, aber da ist in diesem Jahr ein Umdenken angesagt!" Claudia Mößner, Rentenberaterin

Und so gehen Interessierte jetzt vor

  • Schnell handeln, da jeder Monat jetzt zählt
  • Die letzte erhaltene Rentenauskunft der Deutschen Rentenversicherung hervorholen
  • Einen Termin beim Rentenberater machen
  • Erst dann den Arbeitgeber über den Rentenwunsch informieren, denn das Arbeitsverhältnis läuft im Zweifel einfach weiter

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