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Corona-Hilfe für Unternehmen: Weichen gestellt, Erfolg ungewiss | BR24

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Viele Geschäfte kämpfen in der Corona-Krise ums Überleben. Die meisten experimentieren gerade mit neuen Geschäftsmodellen. Und sie haben vor allem an ihre Kunden die Bitte, jetzt so lokal wie möglich einkaufen zu gehen.

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Corona-Hilfe für Unternehmen: Weichen gestellt, Erfolg ungewiss

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft erfasst. Doch ebenso schnell verspricht die Politik Hilfe - über Partei- und Ländergrenzen hinweg. Bund und Bayerische Staatsregierung wollen die Unternehmen mit Milliarden unterstützen. Eine Analyse.

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Der Anfang ist gemacht. Das zeigte auch die heutige gemeinsame Pressekonferenz des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Milliarden wollen Bund und Länder in die Wirtschaft pumpen - und zwar in große und kleine Unternehmen.

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Die Summen sind gigantisch: Es geht Schlag auf Schlag. So hat der Freistaat heute noch einmal nachgelegt. Das bayerische Kabinett beschloss, das Rettungspaket zur Bewältigung der Corona-Krise wie angekündigt um 60 Milliarden Euro zu erweitern. Neben Darlehen und Bürgschaften sollen direkte Staatsbeteiligungen möglich sein. Diese sind umstritten, da sich der Staat aus der Wirtschaft heraushalten sollte, meinen viele Wirtschaftswissenschaftler.

Aus früheren Krisen gelernt

Doch in diesen Zeiten sind solche Hilfen notwendig. Manches Unternehmen hat in kürzester Zeit ein Vielfaches seines Wertes verloren. Gerade Aktiengesellschaften müssen befürchten, dass sie zum Übernahmeobjekt werden, manche könnten gar vom Markt verschwinden. Da kann eine Staatsbeteiligung das Überleben sichern. In der Finanzkrise stieg der Bund bei der Commerzbank ein, um diese zu retten. Heute wären es eher Firmen aus der Realwirtschaft.

Hilfe auch für kleinere Unternehmen

Momentan geht es darum, möglichst viele Unternehmen durch die Krise zu bringen - eine Krise, die die Firmen nicht verschuldet haben. Seit Wochen herrscht in der Wirtschaft in weiten Teilen Stillstand. Viele Firmen haben keine Einnahmen, aber Kosten. Sie brauchen jetzt dringend Liquidität, denn die Wucht, mit der die Krise über die Welt hereinbrach, war auch in Deutschland unvorhersehbar.

Wie nötig schnelle Hilfe ist, sieht man auch an der Tatsache, dass es Söder zufolge allein in Bayern bereits 200.000 Anträge auf Soforthilfe gibt. Neben den zugesagten Milliardenhilfen scheinen auch Steuererleichterungen und Kurzarbeit von vielen Firmen stark nachgefragt zu werden. So meldete gerade heute BMW, dass es für 20.000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt hat, um durch die Krise zu kommen. Die Kurzarbeiterregelung hat sich in früheren Krisen bewährt und hilft Unternehmen, Arbeitnehmer zu halten für die Zeit nach der Krise, wenn die Konjunktur wieder anspringt.

Die Banken müssen mitmachen

Sinnvoll erscheint es, die von Bund und Ländern zugesagten Hilfen möglichst eng zu verzahnen, um Kompetenzwirrwarr zu vermeiden. Nur so kann betroffenen Unternehmen schnell und unbürokratisch geholfen werden, wie von der Politik versprochen. Viele Firmen stehen bereits jetzt mit dem Rücken zur Wand.

Die Realität ist allerdings eine andere: Das Formular für die Antragstellung der Bundes-Soforthilfen beim bayerischen Wirtschaftsministerium ist erst seit heute um 14 Uhr abrufbar, wie das Haus des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler) mitteilte. Zudem verändern sich die Antragsbedingungen immer wieder aufs Neue.

Auch die Darlehen sollen zwar schnell abrufbar sein, wie die Politik verspricht, doch da müssen die Hausbanken der betroffenen Unternehmen mitmachen. Auch hier gibt es keine einheitliche Linie, wie Betroffene schildern. So fordern die bayerischen Genossenschaftsbanken und Sparkassen eine hundertprozentige Haftungsfreistellung. Damit wären Förderkredite für die Geldinstitute ohne Risiko.

Die Hilfe muss auch ankommen

Fazit: Der Anfang ist gemacht, die Weichen wurden entsprechend gestellt, jetzt muss die Hilfe aber auch ankommen. Der Erfolg der Maßnahmen hängt vor allem auch davon ab, wie lange die Krise dauert. Wenn man allerdings vermeiden will, dass Unternehmen reihenweise in die Insolvenz rutschen, gibt es keine Alternativen, um möglichst viele Unternehmen schnell mit Liquidität zu versorgen.

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Unternehmer werden vom Bund oder vom Land unterstützt, je nach Größe des Betriebes. Spezielle Programme wurden dafür aufgelegt. Die Unternehmen müssen ihren Antrag begründen. Die Antragstellung, so BR-Reporter Gabriel Wirth ist übersichtlich.

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