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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Die Corona-Hilfen des Bundes werden kaum abgerufen.

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Corona-Fonds: Staatliche Milliarden-Hilfe kaum abgerufen

Insgesamt 600 Milliarden Euro steckte der Bund als Corona-Hilfe in seinen Wirtschaftsstabilisierungs-Fonds. Unternehmen sollen stabilisiert und somit auch Arbeitsplätze erhalten werden. Allerdings: Bisher ist die Kapitalhilfe kaum gefragt.

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Von
  • Felix Lincke

Er sollte eine Pleitewelle bei den Unternehmen in der Corona-Pandemie verhindern - der Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF. Der Bund hat ihn mit 600 Milliarden Euro ausgestattet. Doch nach mehr als einem Jahr haben erst 17 Unternehmen von diesem Angebot Gebrauch gemacht und etwa vier Milliarden Euro abgerufen. Das ist weniger als ein Prozent. Viele Unternehmen haben die bewilligten Hilfen auch nur zum Teil in Anspruch genommen. War der Corona-Fonds WSF des Bundes zu teuer?

Bund sieht geringe Nachfrage als Erfolg

Kritik will sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier da nicht gefallen lassen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds sei bewusst so groß gestaltet worden, dass er auf jeden Fall reichen würde, sagt Altmaier. Das Motto sei gewesen: "Es ist genug Geld für alle da, egal wie schlimm die Pandemie wird." Das sollte der Wirtschaft Sicherheit geben.

Hilfen des Bundes nur als letztes Mittel

Außerdem sei die Hilfe des Bundes nur das letzte Mittel. Länderhilfen und private Kredite wie von Banken sind häufig günstiger. So blieben mögliche Rahmenkredite des Bundes in Höhe von 400 Milliarden Euro unangetastet. Der Bund wertet die geringe Nachfrage also als Erfolg.

Für einige Unternehmen der letzte Rettungsanker

Für Unternehmen wie TUI, Karstadt-Kaufhof oder die Adler Modemärkte war der Bund offenbar der letzte Rettungsanker. Auch die Lufthansa nutzte die Finanzspritze. Hier aber wollte der Bund Miteigentümer werden, um notfalls mitzubestimmen. Das ist ein Grund, warum die Airline das Geld schnell wieder zurückzahlen will. Die allermeisten Unternehmen sind der staatlichen Förderbank KfW zufolge solide finanziert und kommen gut durch die Krise.

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