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Contra Mehrwertsteuersenkung: Prinzip Gießkanne ist zu teuer | BR24

© BR / Christine Bergmann

Contra Mehrwertsteuersenkung

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Contra Mehrwertsteuersenkung: Prinzip Gießkanne ist zu teuer

Die befristete Senkung der Mehrwertsteuer zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ist beschlossene Sache. Diese Maßnahme ist zu pauschal, gezieltere Konjunkturhilfen wären wirksamer, meint Christine Bergmann.

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Von
  • Christine Bergmann

Ich kann die Argumente für die Mehrwertsteuersenkung alle verstehen – ich habe auch so gedacht, als das Konjunkturpaket verkündet wurde. Endlich mal ein großer Wurf und kein Kleinklein. Aber so nach und nach habe ich Zweifel bekommen. Denn der große Wurf hat leider auch immer was von Gießkanne. Die Mehrwertsteuersenkung kommt jedem zu Gute. Auch wenn Menschen mit wenig Geld in der Regel mehr für den Konsum ausgeben, die Maßnahme ist so teuer, dass das Geld gezielter ausgegeben, vielleicht doch mehr bewirken würde. Denn die drei beziehungsweise zwei Prozentpunkte weniger Mehrwertsteuer, die machen beim Kaufpreis nicht wirklich viel aus. Wenn zum Beispiel mein Kind ein Tablet braucht, um bei der digitalen Schule besser mitmachen zu können, ich das Geld aber nicht habe, dann hilft mir auch die niedrigere Mehrwertsteuer nichts.

Umstellungskosten für Unternehmen zu hoch

Ein anderer Punkt: Es gibt doch einige Unternehmen - mehr als ich dachte - die die Steuersenkung nicht weitergeben wollen. Klar, kann man jetzt sagen, dann brauchen die Unternehmen das Geld wohl dringend. Doch die Kosten der Umstellung bei den Kassen und den Preisschildern frisst die Erleichterung zum Teil auch wieder auf. Irgendwie klingt das für mich nach Milchmädchenrechnung.

Konsumgutscheine statt Mehrwertsteuersenkung

Ich denke mittlerweile, wir würden mit gezielten Konjunkturhilfen weiterkommen, die nur Menschen helfen, die jetzt wirklich weniger haben, weil sie ihren Job verloren haben, weil sie weniger arbeiten können oder ihr Geschäft schließen müssen. Konsumgutscheine, die nur drei Monate gelten und dann mit der Einkommenssteuer verrechnet werden – das klingt nach einer gezielten Hilfe. Da kommt wenigstens mehr bei denen an, die es brauchen. Und die geben es auch ganz sicher aus.

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