BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

Continental: Streik gegen drohende Schließung erlaubt? | BR24

© BR / Birgit Harprath

Wenn Betriebe wie Continental in Roding vor dem Aus stehen, dann ist der Unmut der Betroffenen groß – droht ihnen doch Arbeitslosigkeit. Die erste Idee oft: Streiken für den Erhalt der Firma. Doch damit verursachen die Betroffenen oft große Probleme.

17
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Continental: Streik gegen drohende Schließung erlaubt?

Wenn Betriebe wie Continental in Roding vor dem Aus stehen, dann ist der Unmut der Betroffenen groß – droht ihnen doch Arbeitslosigkeit. Die erste Idee oft: Streiken für den Erhalt der Firma. Doch das könnte den Betroffenen große Probleme bereiten.

17
Per Mail sharen
Teilen

Die Sicherung eines Standorts und der Erhalt der Arbeitsplätze sind für Arbeitsgerichte kein zulässiger Grund für einen Streik der Betroffenen. Denn wo der Arbeitgeber produzieren lässt und mit wie vielen Kräften, das ist zunächst einmal seine Entscheidung. Ein wilder Streik könnte also juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Für die Betroffenen selbst, aber auch für Gewerkschaften, die dazu aufrufen.

Verhandlungen liefen schon länger

Bei der jetzt angekündigten Schließung muss man außerdem den Verlauf der letzten Monate betrachten. Denn die IG Metall hatte mit Continental für das Werk Roding schon einen Ergänzungstarifvertrag abgeschlossen, als es im Jahr 2018 Probleme gab. Dieser Vertrag sichert den Erhalt des Standorts und die Beschäftigung von 300 Arbeitskräften zu.

Dafür haben die Mitarbeiter finanziell auf einiges verzichtet, was ihnen eigentlich nach dem Haustarifvertrag zustünde. Der Vertrag läuft aber nur bis Juni 2023 – Roding soll 2024 geschlossen werden. Continental wollte darum über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan reden – also die Konditionen für die Schließung des Werkes samt Kündigungen festzurren. Die Arbeitnehmervertreter hatten dazu allerdings Nein gesagt.

Streiks nur zu gewissen Anlässen erlaubt

Wirkungsvoller wäre es, das Management aufzufordern, über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Der Vorteil: Weigert sich der Arbeitgeber oder stocken die Gespräche, dann darf gestreikt werden – beim Erstellen des Sozialplanes jedoch nicht.

Betriebsrat und IG Metall denken jetzt erst einmal darüber nach, für den Standort Roding ein Alternativkonzept erstellen zu lassen. Denn sie sind überzeugt, dass Conti dort durchaus auch Teile für Elektro- oder Hybridautos herstellen könnte und nicht nur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wie bisher.

© BR

Continental will sein Werk im oberpfälzischen Roding schließen. Das hat der Konzern gestern auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung bekannt gegeben: 2024 soll die Firma Geschichte sein. Für die Mitarbeiter wohl eine ohne Happy End.