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Der Aufsichtsrat des Automobilzulieferers Continental hat einen umfangreichen Abbau von Standorten und Arbeitsplätzen beschlossen.

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    Conti-Aufsichtsrat stimmt Arbeitsplatzabbau zu

    Trotz Protestaktionen der Beschäftigten hat der Aufsichtsrat von Continental den angekündigten Umbauplan samt Werksschließungen verabschiedet. 30.000 Stellen will der Autozulieferer weltweit abbauen, 13.000 davon in Deutschland.

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    Von
    • Peter Althammer

    Trotz Protestaktionen der Beschäftigten hat der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental den angekündigten Umbauplan samt Werksschließungen verabschiedet. Wie Continental am Mittwoch mitteilte, wurde die Schließung des Reifenwerks in Aachen bis Ende 2021 und des Standorts für Automobilelektronik in Karben bei Frankfurt bis Ende 2024 beschlossen. Auch in Regensburg gebe es "Strukturanpassungen". "Nach derzeitigem Stand sind keine weiteren vergleichbaren, durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtigen Strukturmaßnahmen an Standorten im In- und Ausland im Strukturprogramm vorgesehen", betonte das Management.

    2.100 Arbeitsplätze in Regensburg betroffen

    In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es:

    "Künftig sollen am Standort Regensburg wie bisher schon Entwicklungs-, Innovations- und Produktionseinheiten angesiedelt sein. Darüber hinaus soll er als Geschäftsleitung fungieren. Für seine Zukunftsperspektive ist eine Neuausrichtung notwendig, von der rund 2.100 Arbeitsplätze betroffen sind." Pressemitteilung Continental AG

    Gewerkschaft: "Rigides Sparprogramm"

    Die Gewerkschaften IG BCE und IG Metall erklärten, die Arbeitgebervertreter hätten "das rigide Sparprogramm" gegen die Stimmen der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat abgesegnet. Die gesamte Mannschaft sei schwer vor den Kopf gestoßen, erklärte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis.

    30.000 Arbeitsplätze weltweit betroffen

    Insgesamt sind von dem Umbau rund 30.000 Arbeitsplätze weltweit betroffen, davon 13.000 in Deutschland, bekräftigte der Autozulieferer. "Das heißt nicht automatisch 30.000 Kündigungen!", erklärte Conti-Chef Elmar Degenhart. Entlassungen seien nur das allerletzte Mittel, zunächst sollten neue Beschäftigungsperspektiven für die betroffenen Mitarbeiter gesucht werden. Nach Auffassung der IG BCE stehen die Arbeitsplätze dagegen vor dem Aus.

    Einsparungen wegen Talfahrt am Automobilmarkt

    Der Conti-Vorstand hatte den wegen der Corona-Krise verschärften Sparplan Anfang September angekündigt. Als Grund nannte der Dax-Konzern die mit der Pandemie verschärfte, schon länger anhaltende Talfahrt am Automobilmarkt. Das erste Sparprogramm im vergangenen Jahr war Folge des Umbruchs zu klimafreundlichen Elektroautos, der auf längere Sicht ein Ende des Verbrennungsmotors bedeutet.

    Proteste von Beschäftigten und Politikern

    Seit Wochen trieben die Pläne des Managements Beschäftigte an mehreren Standorten zu Protestaktionen vor die Werkstore. Am Dienstag hatten Conti-Mitarbeiter mit den Gewerkschaften IG Metall und IG BCE auf einer Kundgebung vor dem Tagungsort des Aufsichtsrats auf dem Messegelände in Hannover gegen die Pläne protestiert. In Aachen warf Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) dem Conti-Management vergangene Woche nach Medienberichten "kalten Kapitalismus" vor, weil das Reifenwerk dicht gemacht werden soll.