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Commerzbank streicht Stellen und schließt Filialen | BR24

© dpa-Bildfunk / Arne Dedert

Das Schild einer Commerzbank-Filiale hängt an einer Hausfassade nahe der Zentrale der Commerzbank im Frankfurter Bankenviertel

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    Commerzbank streicht Stellen und schließt Filialen

    Die zweitgrößte deutsche Bank streicht Tausende Stellen und schließt ein Fünftel ihrer Filialen. Damit setzt die Commerzbank ihren Umbau fort. Um Geld dafür freizuschaufeln, soll auch die polnische Tochter mBank verkauft werden.

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    Die Commerzbank hat schwer zu kämpfen, ein schwacher Ertrag und niedrige Zinsen belasten das Geschäft. Hinzu kommt: Im April war die erhoffte Fusion mit der Deutschen Bank geplatzt.

    Umbau des gesamten Konzerns

    Mit dem Strategieprogramm "Commerzbank 5.0." will die Bank den gesamten Konzern umbauen. Kernpunkt der neuen Strategie sind Investitionen in neue Technologien für Internet- und mobiles Retail Banking. Dafür stehen rund 750 Millionen Euro bereit, die Eckpunkte liegen nun vor. Demnach sollen rund 4.300 Vollzeitstellen abgebaut werden.

    "Ein weiterer konzernweiter Stellenabbau ist leider unvermeidbar". Adhoc-Mitteilung der Commerzbank

    Gleichzeitig will die Bank in strategischen Bereichen rund 2.000 Stellen neu schaffen, damit würde sich der Stellenabbau insgesamt auf rund 2.300 Stellen belaufen.

    Commerzbank schließt ein Fünftel der Filialen

    Bei den Filialen kündigte der Vorstand die Schließung von etwa 200 der eintausend Filialen an. Welche Standorte betroffen sein könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Seit einiger Zeit setzt das Institut auf einen Mix aus Kleinstfilialen und großen Standorten mit Komplettangebot. Die dann 800 Filialen, so die Commerzbank, seien ausreichend, um auch künftig eine flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen zu gewährleisten.

    Online-Tochter Comdirect soll eingegliedert werden

    Außerdem will der Vorstand die Online-Tochter Comdirect wieder in den Konzern eingliedern und die außenstehenden 18 Prozent der Aktien zurückkaufen mit einem Preisaufschlag von 25 Prozent. Zur Gegenfinanzierung trennt sich die Commerzbank von ihrer Beteiligung an der polnischen mBank, die rund zwei Milliarden Euro in die Kasse spülen soll. Die vergleichsweise profitable mBank ist an der Warschauer Börse gelistet und wird dort derzeit mit rund 3,1 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut.

    Aufsichtsrat berät kommende Woche über die Strategie

    Das Frankfurter Geldhaus betonte, dass die Details in den nächsten Monaten ausgearbeitet und gemeinsam mit den Arbeitnehmergremien beraten werden sollen.

    "Vorstand und Aufsichtsrat haben noch zu keinem Punkt des Strategieprogramms eine Entscheidung getroffen". Pflichtmitteilung der Commerzbank für die Börse.

    Am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche tagt der Aufsichtsrat, tags darauf will Vorstandschef Martin Zielke die Ergebnisse vorstellen.

    Personalabbau in den vergangenen Jahren

    Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43.300 auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38.000 sein. Ursprünglich wollte der Vorstand die Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte verringern. Doch weil Aufgaben im Zuge der Digitalisierung stärker im eigenen Haus und weniger an externe Dienstleister vergeben werden sollen, setzte der Vorstand die Zielmarke nach oben. Ende Juni arbeiteten für die Commerzbank in Deutschland gut 34.900 Menschen, weltweit waren es 48.644 Mitarbeiter.