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Commerzbank: Schlanker und digitaler | BR24

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Mit schnellen Schritten will die Commerzbank sich verschlanken und digitalisieren. Professionelle Anleger sind dennoch nicht überzeugt.

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    Commerzbank: Schlanker und digitaler

    Der neue Commerzbank-Chef will bei der Sanierung Gas geben. Die Bank steht mit dem Rücken zur Wand. Der harte Sparplan sieht vor, dass die Zahl der Vollzeitstellen um 10.000 sinken soll, die der Filialen um fast die Hälfte.

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    Von
    • Felix Lincke
    • Peter Althammer

    Alles, was schlecht ist an der Commerzbank, packt der neue Vorstandschef Manfred Knof in die Bilanz seines Vorgängers Manfred Zielke. So soll die Risikovorsorge für 2020 nun doch überraschend hohe 1,7 Milliarden Euro betragen. Außerdem müssten 1,5 Milliarden Euro an Wertverlusten abgeschrieben werden, von denen vorher nicht die Rede war. Was geht, wird noch schnell im alten Jahr verbucht, in dem so Rekordverluste von 2,9 Milliarden Euro zusammenkommen.

    Jede dritte Stelle soll gestrichen werden

    2021, unter neuer Führung, kann es damit fast nur aufwärts gehen. Investoren versprach Knof für 2023 wieder eine Dividende. Eine Milliarde ist für den weiteren Konzernumbau vorgesehen, dem jede dritte Stelle in Deutschland geopfert wird. Die Hoffnung ruht auf dem Ausbau des Online Banking. Doch auch im Internet wird die Konkurrenz immer härter.

    "Wir wollen nachhaltig profitabel werden und unsere Zukunft als eigenständige Kraft im deutschen Bankenmarkt selbst gestalten. Dafür müssen wir die Bank in den kommenden Jahren tiefgreifend restrukturieren." Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender Commerzbank

    Börsianer senken den Daumen

    Für den personellen Kahlschlag muss Knof heftige Kritik der Gewerkschaften einstecken, Investoren ist er nicht ambitioniert genug. Analysten kritisieren, der Arbeitsplatzabbau müsse schneller gehen. Die Commerzbank habe im vergangenen Jahr im Kerngeschäft schlechter abgeschnitten als erwartet.

    Mit einem Minus von 6,9 Prozent fielen die Aktien zeitweise auf den tiefsten Stand seit siebeneinhalb Wochen.

    "Sorgenkind" Commerzbank

    Die Commerzbank ist schon lange ein Sorgenkind bei Anlegern. Mehrere Umbaumaßnahmen fruchteten ihrer Ansicht nach nicht. Im Sommer 2020 überwarf sich der damalige Chef Martin Zielke mit dem US-Großinvestor Cerberus und trat zurück. Auch viele Manager verließen den Konzern. Auf Knof, der Anfang des Jahres das Ruder übernahm, liegen nun große Hoffnungen. Er hat sich bei seinem früheren Arbeitgeber Allianz einen Ruf als Sanierer erarbeitet.

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