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Commerzbank: Aufsichtsrat sucht Ausweg aus Führungskrise | BR24

© dpa-Bildfunk/Frank Rumpenhorst

Commerzbank in Frankfurt am Main

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    Commerzbank: Aufsichtsrat sucht Ausweg aus Führungskrise

    Vor einem Monat hat sich die Krise der Commerzbank zugespitzt: Gleichzeitig haben der Chef des Aufsichtsrats, Stefan Schmittmann, und Vorstandschef Martin Zielke ihren Rückzug bekannt gegeben. Heute will Schmittmann einen Nachfolger präsentieren.

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    Einen geordneten Übergang hat der scheidende Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann bei der Commerzbank versprochen. Dafür müsste er heute auf seiner letzten Aufsichtsratssitzung einen Nachfolger präsentieren. Es könnte sich dabei um Hans-Jörg Vetter handeln, den früheren Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg.

    Erfolgreicher Sanierer in Finanzkrise

    Vetter bringt Erfahrung als Sanierer in der Finanzkrise mit und könnte damit das Vertrauen der anderen Aufsichtsräte gewinnen. Aus den eigenen Reihen hatte keiner für den Vorsitz des Aufsichtsrats kandidiert.

    Gegenwind von Großaktionär Cerberus

    Nicht einverstanden mit der Personalie ist allerdings der Commerzbank-Großaktionär Cerberus. In einem Schreiben heißt es: "Wir haben ernsthafte Zweifel, dass Hans-Jörg Vetter die richtige Person für diese Aufgabe ist und über die richtige Erfahrung hierfür verfügt."

    Außerdem heißt es, Cerberus habe "mindestens zwei Kandidaten identifiziert, die die notwendigen Qualifikationen haben, um die Rolle des Vorsitzenden zu besetzen und die aller Vermutung nach auch das Vertrauen aller wichtigen Interessengruppen genießen würden." Ein Streit um die Besetzung des Postens scheint damit absehbar.

    Vorstandskandidaten in der Commerzbank

    Anders ist es im Vorstand: Dort stehen mit der Finanzchefin Bettina Orlopp und dem Firmenkundenchef Roland Boekhout zwei interne Kandidaten für die Nachfolge von Martin Zielke bereit.

    Zielke will spätestens zum Jahresende die Bank verlassen, um einen Neuanfang zu ermöglichen.

    Einschnitte bei Commerzbank nicht tief genug

    Die Einschnitte bei der Commerzbank waren nicht tief genug, um die zweitgrößte deutsche Privatbank wieder profitabel zu machen, an der auch der Bund mit 15 Prozent beteiligt ist.

    Zielke musste auch noch einräumen, dass seine Bank bei der Wirecard-Pleite 200 Millionen Euro durch einen geplatzten Firmenkredit verliert.

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