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Ab Montag gelten für große Teile des Einzelhandels in Bayern strengere Corona-Regeln. In Regionen mit einer Inzidenz über 100 braucht es dann zum Einkaufen nicht nur einen Termin sondern auch einen negativen Corona-Test.

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"Click & Meet": Ein bewährtes System mit Tücken

Seit März ist "Click & Meet" die Shopping-Version überall dort, wo die Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt. Am Anfang war die Skepsis im Handel groß. Ein hoher Aufwand für wenige Kunden, so die Befürchtung. Doch das System hat sich bewährt.

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Von
  • Christian Eisele

Später Nachmittag im Sporthaus Schuster am Münchner Marienplatz. Beste Einkaufszeit und doch herrscht in vielen Abteilungen gähnende Leere. Pro vierzig Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde, so sind die Regeln für "Click & Meet". Für das Sporthaus heißt das pro Stunde maximal 150 Kaufwillige im Laden, vor Corona waren es auch mal 1.000 oder mehr.

Storemanager Tobias Zipfer ist dennoch nicht unzufrieden: "Die Kunden nehmen das gut an. Und wir sind auch zufrieden, dass wir die Kunden wieder empfangen und beraten können. Man muss aber auch dazu sagen, das der Umsatz im Vergleich zu vor Corona um rund 40 Prozent zurückgegangen ist."

"Click & Meet": Wer in den Laden kommt, kauft auch

Die Kunden würden gezielter einkaufen als früher, sagt Zipfer. Das beginnt schon bei der Terminvergabe: Jeder Kunde muss angeben, in welche Abteilung er möchte. Einmal drinnen, kontrolliert das zwar niemand, doch das Signal ist deutlich: Bitte zügig einkaufen statt bummeln. Für den Händler macht sich das bezahlt. Wer in den Laden kommt, kauft in der Regel auch ein. Die Umsätze pro Kunde sind höher als vor Corona.

Wo es die Corona-Zahlen erlauben, nutzen bayernweit neun von zehn Geschäften die Möglichkeit zu "Click & Meet". Auch der Handelsverband nennt eine Größenordnung von rund 40 Prozent Umsatzeinbußen. Je nach Kostenstruktur der Geschäfte ist das Terminshoppen mehr oder weniger lukrativ.

Abhängigkeit von Inzidenz: Einmal zu - einmal auf

Erschwert wurde das Geschäft durch die direkte Abhängigkeit von den Inzidenz-Zahlen. So mussten die Geschäfte in München am Tag nach den Osterfeiertagen "Click & Meet" wieder einstellen - die Stadt hatte die 100er-Grenze gerissen. 24 Stunden später war das Terminshoppen wieder erlaubt - die Zahlen waren wieder gesunken. "Bei diesem ganzen Hin und Her kennen sich viele Händler nicht mehr aus", beklagt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern. "Und viele Kunden stehen auf einmal vor verschlossenen Türen."

Deshalb hatte der Handel eigentlich auf verlässliche Regeln und weitreichende Lockerungen gehofft. Die jetzt beschlossene Nachjustierung sorgt für Unmut. Bei einer Inzidenz zwischen 100 und 200 soll es weiter "Click & Meet" geben, aber nur mit negativem Test.

Einkaufen mit negativem Corona-Test: Händler skeptisch

Für Tobias Zipfer von Sport Schuster ein echtes Problem: "Das ist natürlich ein Stück weit nicht berechenbar, wie viele Kunden dann noch kommen. Denn wer tut sich das an, dass er mit einem negativen Test zum Einkaufen geht." Auch der Handelsverband sieht diese Regelung sehr skeptisch. Ob sich "Click & Meet" mit den neuen Spielregeln noch rechnet, sei mehr als zweifelhaft.

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Ein bewährtes System mit Tücken

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