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Erst verboten, jetzt erlaubt: Click & Collect in Bayern. Ab Montag können Kunden per Telefon oder online bestellte Waren im Laden abholen – wenn sie dabei eine FFP2-Maske tragen. Viele Händler reagieren zurückhaltend auf das neue Angebot.

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Click & Collect startet in Bayern: Das sind die Bedingungen

Erst verboten, jetzt erlaubt: Click & Collect in Bayern. Ab Montag können Kunden per Telefon oder online bestellte Waren im Laden abholen – wenn sie dabei eine FFP2-Maske tragen. Viele Händler reagieren zurückhaltend auf das neue Angebot.

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Von
  • Tobias Brunner

Lange Schlangen vor Geschäften oder in Innenstädten sollten um jeden Preis vermieden werden – das war vor wenigen Wochen das Motiv der bayerischen Staatsregierung, als sie Click & Collect zu Beginn des erneuten Lockdowns verbot. Anders als in vielen anderen Bundesländern war es damit zunächst nicht möglich, zuvor bestellte Waren beim Einzelhandel vor Ort abzuholen.

Mit den Beschlüssen von dieser Woche nun die Wende: Von Montag an ist Click & Collect auch in Bayern erlaubt. Von einem "letzten Strohhalm" für viele Händler sprach Hubert Aiwanger. "Es ist mit Sicherheit für viele eine Rettung, dass sie nicht in die Insolvenz gehen müssen", sagte der Wirtschaftsminister.

FFP2-Masken und fixe Zeitfenster sind Pflicht für Click & Collect

Voraussetzung für den Abholservice ist ein Hygienekonzept, das jeder Händler ausarbeiten muss. Dieses sieht zum einen fixe Zeitfenster für alle Kunden vor, damit sich eben keine Schlangen bilden. Zum anderen müssen nicht nur alle Mitarbeiter, sondern auch alle Kunden FFP2-Masken tragen, wie das bayerische Gesundheitsministerium auf BR-Nachfrage noch einmal bestätigte. Dies gilt sowohl im Laden als auch auf den Flächen davor.

Grundlage dafür ist die Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15. Dezember. Darin werden explizit "Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen" genannt und folgende Bereiche definiert: "in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen". Diese Verordnung wurde mit der Änderung vom 8. Januar dahingehend ergänzt, "dass eine FFP2-Maske zu tragen ist".

Sind diese Kriterien erfüllt, können zuvor im Internet oder per Telefon bestellte Waren direkt am Laden abgeholt werden.

Verbände zufrieden, dass Abholservice endlich möglich ist

Die Industrie- und Handelskammern sind über das Zugeständnis der Staatsregierung erleichtert, der Handelsverband Bayern bezeichnet sie als "Erfolg". Denn: "Wir haben lange beim bayerischen Wirtschaftsminister daraufhin gedrängt", sagt Geschäftsführer Bernd Ohlmann.

Händler: Click & Collect kein Ersatz für ein geöffnetes Geschäft

Wer direkt mit Händlern spricht, spürt aber auch Zurückhaltung – zum Beispiel bei Sibylle Schuhmacher in Wasserburg am Inn. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie dort das Innkaufhaus. Im aktuellen Lockdown dürfen sie zumindest einen kleinen Bereich davon für ihre Schreibwaren offen halten. Nun kommt Click & Collect hinzu.

"Alles hilft", sagt Schuhmacher, "man ist näher beim Kunden – das ist immer gut". Doch sie weiß auch: Ein Abholservice bedeutet zugleich mehr Aufwand. Wie eine Schreibwarenabteilung aus dem Boden zu stampfen. Wie für den Lockdown und danach zu planen. Und die erhofften Umsätze durch den neuen Service? "Es ist kein Vergleich zu einem geöffneten Geschäft."

Ist Click & Collect tatsächlich die "Rettung"?

Auch für Axel Schröll aus Schweinfurt ist das neue Angebot nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Schuhhändler ist zugleich Kreisvorsitzender beim Handelsverband – und hat wie viele Kollegen ein volles Lager mit bestellten Waren. Dass er diese nun plötzlich alle verkaufen kann, bezweifelt er.

Für manche Händler könnte Click & Collect deshalb genau das bleiben, was Hubert Aiwanger sagt: ein letzter Strohhalm – aber längst keine Garantie fürs Überleben.

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