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China: Einreisesperren machen deutschen Firmen zu schaffen | BR24

© Steffen Wurzel/ARD

Deutsche Außenhandelskammer zur Stimmungslage im China-Geschäft

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China: Einreisesperren machen deutschen Firmen zu schaffen

Chinas strikte Einreisesperren belasten zunehmend deutschen Firmen. Seit Ende März sind die Grenzen für Nicht-Chinesen de facto vollständig geschlossen. Betroffen sind auch Menschen, die teils seit Jahren in der Volksrepublik leben und arbeiten.

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Für deutsche Unternehmen, die in China aktiv sind, verbessert sich die Lage nach der Coronavirus-Krise spürbar. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in China. Doch klar ist auch: Das laufende Jahr wird, was Umsatz und Gewinne angeht, kein Gutes. "55 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzrückgang von über 20 Prozent," sagt Maximilian Butek vom AHK-Büro im südchinesischen Guangzhou. Nur neun Prozent der Unternehmen geben an, die Coronakrise habe keinen Einfluss. Sechs Prozent der befragten deutschen Firmen sagen, der Umsatz werde steigen.

Aufschwung ja, aber langsamer als gedacht

Anders als gedacht werde es wohl noch bis nächstes Jahr dauern, bis man das Vor-Krisen-Niveau wieder erreicht habe, erklärte der Lobbyverband der deutschen Wirtschaft in China. Zumindest aber gehe es wieder bergauf, sagt etwa Matthias Rübsam vom südpfälzischen Autozulieferer David und Baader, kurz DBK. Das Unternehmen baut in der Nähe von Shanghai Heizgeräte für Elektroautos.

"In den vergangenen Monaten war vieles wie in so einer Art 'Dornröschenschlaf' hier in China. Vieles hat einfach geruht. Jetzt sieht man wieder vermehrt neue Ausschreibungen, es gibt neue Projekte und ich sehe im Grunde die selbe Aufbruchstimmung wie vor Corona." Matthias Rübsam

"Grundsätzlich ist zu sagen dass fast alle deutschen Unternehmen wieder in der Lage sind, auf normalen Niveau wieder zu produzieren ," erklärt Maximilian Butek von der deutschen Auslandshandelskammer. Allerdings seien die Reisebeschränkungen weiterhin ein riesiges Problem in für die Unternehmen.

Strikter Kurs der Regierung

Chinas Staatsführung hatte Ende März die Grenzen für Menschen ohne chinesischen Pass fast vollständig geschlossen. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Sie will damit verhindern, dass mit dem Coronavirus infizierte Reisende nach China kommen und dort andere Menschen anstecken. Neun von zehn befragten deutschen Firmen in China bezeichnen diese Einreisesperren für Ausländer inzwischen als größtes Problem beim Geschäfte machen.

"Man kann nicht alles in virtuellen Meetings abbilden. Es ist natürlich auch wichtig, vor Ort zu sein. Sei es, um neue Geschäfte zu generieren, oder um komplizierte Maschinen zu warten oder zu installieren. Damit haben die Unternehmen nach wie vor Probleme." Maximilian Butek, Deutsche Auslandshandelskammer

Betroffen sind nicht nur Dienstreisende und Touristen, die nach China wollen, sondern auch Ausländer, die teilweise seit vielen Jahren in China leben, arbeiten und dort verwurzelt sind. Und selbst die, die die gesamte Coronakrise über in China geblieben sind, können jetzt nicht mehr ohne weiteres nach Europa reisen - weil sie wegen der geschlossenen Grenzen nicht wieder zurück nach China könnten.

"Auch für die Expats vor Ort ist es wichtig, zu wissen, dass sie jederzeit nach Hause können, um sich um die Eltern, um die Familie und so weiter zu kümmern. Und auch dort müssen wir uns fragen: Wie lange werden diese Expats die Motivation behalten, hier ihren Lebensmittelpunkt zu behalten." Maximilian Butek, Deutsche Auslandshandelskammer

Sonderflüge keine Dauerlösung

Was es seit einigen Wochen gibt, sind Sonderflüge für Deutsche und deren Angehörige. Um so einen Flug zu bekommen, ist allerdings großer bürokratischer Aufwand nötig, was Genehmigungen und Sonder-Visa angeht. Eine Dauerlösung sei das nicht, erklärte die AHK in China heute. Sie forderte die Führung in Peking auf, die Einreiseregeln für Ausländer wieder zu lockern.

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